Vögel füttern? Ja bitte!

Spätestens wenn der erste Schnee liegt denken viele an Vögel füttern, Meisenknödel und Futterhäuschen aufzuhängen. Im Netz gibt es dazu widersprüchliche Informationen. Kaum ein Thema wird unter Vogelfreunden so kontrovers diskutiert wie die Fütterung von Wildvögeln. Viele wollen füttern, damit kein Tier verhungert. Andere lehnen das vehement als sinnlosen Eingriff in die Natur ab. Wir sagen: Es spricht nichts gegen das Füttern von Vögeln, solange ihr es richtig macht. Hier klären wir die wichtigsten Fragen zum Thema Vögel füttern.

Nützt Vögel füttern dem Artenschutz?

An die Futterhäuschen in unsere städtischen Gärten kommen vor allem häufige Arten, die in ihrem Bestand weniger bedroht sind. In ländlicheren Bereichen oder am Stadtrand kann man dagegen auch schon mal seltenere Vögel am Futterhäuschen sehen. Auf jeden Fall ist es eine tolle Möglichkeit, vom mollig-warmen Wohnzimmer aus das Verhalten von Vögeln zu beobachten, zum Beispiel zur Stunde der Wintervögel, durch die ihr aktiv zur Bestandsaufnahme unserer heimischen Vögel beitragen könnt. Und vielleicht habt ihr ja dann im Frühjahr Lust, euch ein Fernglas zu schnappen und raus in die Natur zu gehen.

Welches Futter ist für welche Vögel am besten?

Viele Arten lieben Körner. Mit einer Mischung aus Sonnenblumenkernen und anderen leckeren Sämereien kann man nicht viel verkehrt machen. Wenn ihr ungeschälte Samen kauft, macht es zwar mehr Dreck, aber die Vögel bleiben auch länger und Ihr könnt sie besser beobachten. Weichfutterfresser wie Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen mögen auch Haferflocken, Rosinen oder Obst. Auch die beliebten Meisenknödel aus einer Mischung aus Fett und Körnern sind toll. Achtet aber darauf, dass sie nicht – wie noch oft – in Plastiknetze eingewickelt sind. Da können sich die Tiere leicht verheddern und überhaupt brauchen wir viel weniger Plastikmüll. Verzichten solltet ihr auf alles Salzhaltiges wie Brot, Speck oder Käse, das schadet nur. Auch reines Fett wie Margarine oder Butter ist ungeeignet.

Blaumeise auf einem Meisenknödel im Plastiknetz
So nicht! In Plastiknetzen können sich Vögel leicht verheddern und verletzen. © iStock /Getty images

Kein Futter ohne Wasser

Eine Vogeltränke in der Nähe der Futterstelle ist eine prima Sache. Achtet aber auch hier penibel auf Sauberkeit und wechselt das Wasser jeden Tag.

Was ist am besten? Futterhäuschen, Silos, Futterspender?

Alles ist gut geeignet. Achtet aber auf die Sauberkeit. Am besten sind Futterstellen, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Eine Überdachung hilft, damit das Futter nicht verdirbt. Auf jeden Fall solltet ihr gut auf Sauberkeit achten und die Futterstelle öfters reinigen, am besten mit heißem Wasser. Besonders, wenn es so nasskalt ist und noch nicht gefroren, breiten sich Krankheitserreger aus und das Futter verdirbt rasch. Klassische Futterhäuschen sollten einmal am Tag ausgefegt werden. Legt deswegen immer jeden Tag nur ein wenig Futter nach. Bei einem Silo müsst ihr das natürlich nicht so oft machen. An größeren Futterstellen treten häufiger Krankheitskeime auf. Deshalb eher mehrere kleine als eine große aufstellen.

Wohin mit der Futterstelle?

Ihr solltet natürlich einen Platz wählen, an dem ihr die Vögel gut beobachten könnt. Achtet darauf, dass keine Fenster in der Nähe sind, die als Fallen wirken. Beklebt große Scheiben mit Aufklebern oder Weihnachtssternen. Die Futterstellen sollten am besten zwei bis drei Meter von Büschen entfernt frei aufgestellt oder -gehängt werden. So haben heranschleichende Katzen keine Chance und die Vögel können schnell vor einem Greifvogel wie dem Sperber fliehen.

Wie lange soll ich Vögel füttern?

Früher hieß es immer, Vögel füttern solle nur bei einer geschlossenen Schneedecke füttern. Inzwischen gilt das als überholt. Ihr könnt das ganze Jahr über Vögel füttern, wobei die Tiere es im Winter bei Schnee und Frost natürlich am nötigsten brauchen. Beginnt am besten, wenn die natürlichen Futterquellen im Herbst weniger werden und hört auf, wenn im Frühjahr weniger Tiere zu den Futterstellen kommen. Früher hat man öfter gelesen, dass sich die Tiere an Futterstellen gewöhnen und dann sozusagen abhängig werden würden. Man liest auch, dass Meisen im Frühjahr Körner an Küken verfüttern würden, die aber nur Insektenkost vertragen. Für all das gibt es aber keinerlei Belege. Vielmehr scheint es so zu sein, dass der Bruterfolg höher ist, wenn gefüttert wird.

Eichhörnchen Vogelhaus
Auch andere Tiere bedienen sich gerne. © iStock / Getty images

Noch besser: ein naturnaher Garten

Futterstellen im Winter sind eine feine Sache, aber ihr könnt noch viel mehr für Vögel und andere Tier- und Pflanzenarten im eigenen Umfeld tun. Besonders wichtig ist ein naturnaher Garten. Mit heimischen Pflanzen, alten Obstbäumen, Beerensträuchern, Staudenbeeten oder einer Wiese mit duftenden Wiesenkräutern. Wählt Arten, die zu unterschiedlichen Zeiten Früchte und Samen bieten, verzichtet unbedingt auf chemische Spritzmittel und räumt im Herbst den Garten nicht so sehr auf. Je mehr Samenstände übrig bleiben und je mehr Laub sich zu natürlichen Humus entwickeln darf, umso besser für Vögel und viele weitere Arten. Ein solcher Garten bietet nicht nur mehr Samen und Beeren, sondern auch viele Insekten fühlen sich hier wohl – ein Paradies für Insektenfresser unter den Vögeln. Und dann: Schafft Nistmöglichkeiten wie Vogelhäuschen für unterschiedliche Arten!

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Reptilienbörse Sindelfingen

Veterinäramt und Stadt Sindelfingen sollen Reptilien nicht länger leiden lassen: Keine Tierschutz-Ausnahme für die Tierbörse „Fisch & Reptil“


Kerzen: Advent, Advent, der Urwald brennt …

Rund sechs Prozent des nach Deutschland importierten Palmöls fließen tatsächlich in Kerzen. Fast 90.000 Tonnen von 1,4 Millionen. Der am häufigsten verwendete Rohstoff für Kerzen ist zwar Paraffin – das wird aus Erdöl gewonnen. Gleich danach kommt aber Stearin, das meist aus Palmöl besteht.

Wer macht Kerzen aus Palmöl?

Werden Kerzen aus Palmöl gemacht? Wir haben beim Palmöl-Check einen Extra-Blick auf die deutschen Kerzenhersteller geworfen. Nur zwei von den zehn befragten Kerzenherstellern haben uns zum Thema Palmöl überhaupt Angaben gemacht. Und nur einer, Gebrüder Müller Kerzen, ist im grünen Bereich. Sie geben an 80 Prozent zertifizierte Ware zu nutzen.

Palmöl ein nachwachsender Rohstoff. Wie viele von Euch wissen, gibt es aber massive ökologische und soziale Probleme. Für die Plantagen wurden und werden  große Flächen wertvollen Regenwaldes vernichtet. Insbesondere in Indonesien und Malaysia, den beiden Haupt-Anbauländern. Dort  sind in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Hektar Regenwald verloren gegangen und mit ihnen bedrohte Tiere und Pflanzen. Palmöl wurde damit zum Synonym für die Bedrohung  der Orang-Utans. Von den sozialen Problemen, wie Landvertreibung, gar nicht zu reden.

Kerzen aus Erdöl? Vom Regen in die Traufe

Zurück zu den Kerzen. Die Hersteller lassen uns total im Dunkeln stehen. Auf der Verpackung steht fast nie, woraus die Kerzen gemacht sind. Und wenn man Erdöl vermeiden möchte, kommt man dann vom Regen in die Traufe. Weil Palmöl drin steckt, für das Regenwald abgeholzt wurde? Bei den meisten Herstellern, scheint es genau so zu sein. Warum sonst geben sie keinerlei Auskunft darüber woher sie ihr Öl bekommen?

Kerzen
Unser Tipp: Am besten Bienenwachs CC0 1.0 davidson luna https://unsplash.com/photos/2gSfZ9Baph8

Wie immer bei Palmöl ist die Lösung des Problems nicht so einfach. Es gab schon Kampagnen gegen Palmöl in Kerzen – mit dem Effekt, dass die Hersteller umgestiegen sind – auf Paraffin. Also auf Erdöl. Das ist um einiges günstiger und  da fragte interessanterweise niemand mehr nach Nachhaltigkeit. Aber was wurde denn damit erreicht? Zurück zu fossilen Rohstoffen? Das kann doch nicht die Lösung sein.

Warum Kokosöl nicht geht

Bei Kokos als Rohstoff haben wir wieder das Problem, dass die Kokospalmen bekanntlich ebefalls in tropischen Ländern stehen – und noch mehr Fläche verbrauchen als Palmöl.

Wenn also Palmöl sein muss, dann auf jeden Fall zertifizierte Ware. Mindestens nach dem Runden Tisch für Palmöl (RSPO) zertifiziert, der Mindeststandards einfordert, wie zum Beispiel den Erhalt von artenreichen Flächen und bedrohten Arten, den Schutz von Luft und Wasser sowie Mindestlöhne. Auch wenn der RSPO nicht perfekt ist: Er ist ein erster, wichtiger Schritt. Und nichts tun, so wie acht der befragten Unternehmen, ist gar keine Lösung. Eine noch bessere Lösung ist Bio-Palmöl.

Bienenwachs – gut, aber zu wenig

Und wenn Ihr auf dem Weihnachtsmarkt Bienenwachskerzen seht – unterstützt gern den Imker. Denn Bienenwachs ist auf jeden Fall eine gute Alternative! Bienenwachs ist ein natürlicher Rohstoff. Und ohne Bienen geht gar nichts. Leider ist Bienenwachs selten und kostbar und macht nicht einmal ein  Prozent der europäischen Kerzenproduktion aus.

90.000 Tonnen, das schaffen unsere Bienenvölker leider nicht.

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Wale und Plastikmüll – was müssen wir tun?

Ein Wal mit 1000 Plastikteile im Magen wurde in Indonesien angespült, habt ihr das gelesen? Die Todesursache des Pottwals ist noch nicht ganz klar. In seinem Magen fand sich Plastik in einem Gewicht von fast sechs Kilo. Darunter: 115 Plastikbecher, 25 Plastiktüten, ein Nylonsack und zwei Flip-Flops. Da wird es mir selbst ganz schlecht.

Plastikmüll: Der Mageninhalt des Wals
Was sich an Plastikmüll alles im Magen des Wals fand © WWF-Indonesia/Kartika Sumolang

Diese niederschmetternde Entdeckung an der Küste des Wakatobi National Parks ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, was Plastikmüll in unseren Ozeanen bedeutet, welchen Schaden  unser Plastikkonsum im Meer anrichtet.

Nicht nur der Wal leidet unter Plastikmüll!

Überraschen kann uns das nicht. Es ist nicht der erste Wal, der jämmerlich an Plastikmüll zu Grunde geht. Es wird nicht der letzte sein. Hunderte von am und im Meer lebenden Arten sind direkt von Plastikmüll betroffen. Meeresschildkröten verwechseln Plastiktüten mit Quallen, von denen sie sich sonst ernähren, und gehen daran zugrunde. 2050 werden vermutlich bei nahezu allen Meeresvögeln Plastikteile im Magen zu finden sein. Herumtreibender Plastikmüll beschädigt Korallenstöcke und verfrachtet zudem noch für die Korallen schädliche Erreger in das Riff. Dazu kommt, dass sich jedes Jahr zwischen 57.000 und 135.000 Wale, Robben und Seehunde in verlorenen und weggeworfenen Tauen und Netzen verfangen.

Jedes Jahr kommen 7 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere dazu! Das entspricht einer Lastwagenladung pro Minute.

Wie kommt der Plastikmüll in die Meere?
So kommt der Müll ins Meer

Und besonders viel davon kommt aus Asien: Indonesien gilt neben den Philippinen und China als einer der größten Verursacher von Plastikverschmutzung in den Meeren. Aber wir haben überhaupt nicht mit dem Finger auf Asien zu zeigen. Es ist ein Problem der ganzen Welt. Regierungen, die Industrie und letztlich wir alle müssen mehr tun, um zu verhindern, dass noch mehr Plastikmüll in unsere Flüsse und Meere gelangt. Und dabei haben wir noch einen langen Weg vor uns. Noch immer steigt die Produktion von Plastik. Deshalb bin ich zutiefst davon überzeugt, dass die Lösung des Problems nicht allein Strandsäuberungen und Müllfischen sein können. Die Quelle muss beseitigt werden. Plastik darf gar nicht mehr in die Umwelt gelangen!

Wie beim Klimawandel braucht auch das Problem Plastikmüll eine globale Lösung auf der politischen Ebene. Die Wirtschaft muss dabei Verantwortung für den vollen Lebenszyklus ihrer Produkte übernehmen und finaziell zur Entsorgung beitragen.

Hilf uns, die Plastikflut zu stoppen!

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Was bedeutet Digitalisierung? Bits&Bäume!

„Digitalisierung ist jetzt sicher nicht mein Spezialbereich, aber ein absolutes Zukunftsthema“, wird Bayerns neue Digitalisierungsministerin Judith Gerland (CSU) zitiert. Das ist ein bisschen peinlich, geht aber bestimmt vielen so. Da hätte ein Besuch auf der Bits&Bäume geholfen.

Auf der ersten Ausgabe dieser Konferenz wurde in der TU Berlin am 17. und 18. 11. 2018 Themen rund um Digitalisierung und Nachhaltigkeit verhandelt. Ziel der Konferenz: Techies und Ökos sollen miteinander reden. Auf fünf Bühnen, elf Räumen, mit mehr als 120 international besetzten Panels, Talks oder Workshops. Etwa über Smart City, alternatives Wirtschaften oder den Wandel des digitalen Kapitalismus. Welche ökologischen Chancen stecken in digitalen Anwendungen, etwa für den Klimaschutz? Welche Art der Digitalisierung ist schädlich? Wie kann die digitale Gesellschaft die Grundlagen unseres Lebens auf der Erde bewahren? Und wo zieht der Datenschutz die Grenze, trotz möglicher ökologischer Vorteile?

Natürlich waren wir auch auf der Bits&Bäume. Mit zwei Vorträgen. Aber auch zum Lernen. Und wir fanden:

Das solltest du sehen, um bei Digitalisierung mitreden zu können!

1.) Die Eröffnungs-Session: Was heißt Digitalisierung, was heißt Nachhaltigkeit und was verbindet beides?

Inklusive Keynote von Lorenz Hilty, Professor für Informatik in Zürich und Leiter der Forschungsgruppe „Informatik und Nachhaltigkeit“.

2.) Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Status quo der Nachhaltigkeitsdefizite in Ökologie, Ökonomie, Politik und Gesellschaft – Vorstellung einer von WWF und Robert Bosch Stiftung beauftragten Studie. Mit Empfehlungen, wie es weiter gehen kann. Spannend!

3.) Recycling im im digitalen Zeitalter

Der Müll der Digitalisierung: Die enormen Herausforderungen beim Recycling von Elektrokleingeräten, wissenschaftlich betrachtet.

4) Ist die smarte Lampe wirklich smart?

Das smarte Zuhause aus Sicht des Umweltschutzes.

5.) Mangroven Schutz – via Satellite

Mangroven sind die einzigartigen Küstenwälder, die mal überflutet sind, malk nicht. Und Aurelie Shapiro zeigt die Anwendungen für Satelliten, Dronen und Mobilfunkdaten aus dem Rufiji Delta in Tansania.

Bits & Bäume wird von zehn Organisationen aus Umwelt- und Netzpolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft gemeinsam ausgerichtet. Alle  Vorträge und Workshops wurden vom dem Videoteam des Chaos Computer Clubs aufgezeichnet. Hier kann man sie sich anschauen. Vielen Dank dafür!

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