Amnesty-Generalsekretär Markus N. Beeko kommentiert die neuen Enthüllungen zur Spionage-Software Pegaus und stellt Forderungen an die Bundesregierung.
Syrien: Geheimdienste foltern zurückgekehrte Flüchtlinge
Belarus: Verurteilungen von Maria Kolesnikowa und Maxim Snak sind willkürlich
Abenteuer Müllsammeln an der Elbe
Auf die Frage: „Was machst du in den Ferien?“ lautete unsere Antwort diesen Sommer: „Ich gehe Müllsammeln!“ Wir, das sind elf engagierte junge Menschen, die im August am vierten WWF Jugend Clean Up Walk teilgenommen haben. Gemeinsam sind wir eine Woche lang von Lutherstadt Wittenberg bis nach Köthen gewandert und haben dabei allen Abfall eingesammelt, den wir unterwegs gefunden haben.
Schnapsflaschen, Silberbesteck und ein Briefkasten: 258,5 Kilo
So eine Müllsammelaktion fühlt sich immer auch ein bisschen an wie eine Schatzsuche. Neben unzähligen Zigarettenstummeln und ‑schachteln, Plastikverpackungen und To-Go-Bechern haben wir auch einige kuriose Gegenstände aus der Natur geborgen. An einem Tag fanden wir einen großen Plastikgartentisch im Straßengraben, an einem anderen einen Teppich. Auf unserer ersten Etappe angelten wir aus einem Bach um die hundert Schnapsfläschchen, ein Besteckset und sogar einen Briefkasten. Alles in allem haben wir während des Clean Up Walks 258,5 Kilo Müll gesammelt.
Mehr als nur eine Müllsammelaktion

Zum Clean Up Walk gehört aber noch so viel mehr als das Müllsammeln. Wir haben neue Freundschaften geschlossen, an den Abenden gemeinsam gekocht und eigene Kartenspiele erfunden, uns miteinander über unsere Erfolge gefreut und auch das ein oder andere Hindernis zusammen überwunden. So eine abenteuerliche Aktion schweißt zusammen. Gemeinsam konnten uns selbst Reifenpannen, Mückenschwärme und plötzlich endende Waldwege nicht unterkriegen.
Orte mal ganz anders kennenlernen
Beim Müllsammeln kommt man deutlich langsamer voran als beim normalen Wandern. Dadurch haben wir die Gegend zwischen Wittenberg und Köthen besonders intensiv kennengelernt. In unseren weißen Warnwesten und mit unserem Müllwagen sind wir überall aufgefallen und mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. Auf diese Weise konnten wir jede Menge Aufmerksamkeit für unser Anliegen erregen.
Folge uns in Social Media
Die positiven Rückmeldungen haben uns jeden Tag motiviert, weiterzumachen. Wir sind unglaublich dankbar für die viele Unterstützung, die wir unterwegs erfahren haben. Ohne die Menschen, die uns Turnhallen und Gemeindehäuser zum Übernachten zur Verfügung gestellt und den von uns gesammelten Müll entsorgt haben, wäre der Clean Up Walk nicht möglich gewesen! Einen ganz besonderen Tag haben uns Tara und Heiko aus dem WWF-Büro in Dessau beschert. Mit ihnen durften wir einen Teil des WWF-Projektgebiets Mittlere Elbe mit seiner wunderschönen Natur und Artenvielfalt vom Kanu aus kennenlernen.
Gleichzeitig die Natur an der Elbe und in den Philippinen schützen
Mit dem Clean Up Walk wollen wir aber nicht nur die Ufer der Elbe ein wenig plastikfreier machen, sondern auch ein Meeresschutzgebiet in den Philippinen. Im Golf von Davao leben unter anderem verschiedene Meeresschildkrötenarten, Walhaie und Seekühe. Leider landen dort aber auch viele Abfälle aus den Städten an der Küste im Wasser. Der WWF setzt sich dafür ein, dass dort weniger Müll ins Meer gelangt.
Mit dem WWF-Newsletter nichts mehr verpassen!
Wir alle haben uns vor unserer Abreise Sponsor:innen gesucht, die für jedes gesammelte Kilo Müll an das WWF-Projekt im Golf von Davao spenden. Auf unserer Action Panda Spendenseite können auch alle anderen das Projekt bis zum 30. September mit einem beliebigen Beitrag unterstützen. Wir würden uns wirklich sehr freuen. Dort findest du auch unser Wandertagebuch.

Hast du auch selbst Lust etwas gegen die Vermüllung zu tun?
5 Tipps für deine eigene Müllsammelaktion
- Suche dir Mitstreiter:innen! An vielen Orten gibt es bereits regelmäßig stattfindende Cleanups und ehrenamtliche Müllsammelgruppen.
- Kläre die Entsorgung im Voraus! Kontaktiere lokale Müllentsorger oder die Gemeindeverwaltung, um abzuklären, wo du den gesammelten Müll abgeben kannst.
- Denke an Handschuhe oder Müllgreifer, genügend Müllsäcke. Und eine Waage, falls du den gefundenen Müll wiegen möchtest.
- Nimm Rücksicht auf brütende Vögel und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Wichtige Hinweise dazu findest du hier.
- Du bist zwischen 18 und 27 Jahren alt? Dann komm im Spätsommer 2022 mit zu unserem nächsten Clean Up Walk! Die Anmeldung startet im Juni auf wwf-jugend.de. Komm mit!
Der Beitrag Abenteuer Müllsammeln an der Elbe erschien zuerst auf WWF Blog.
Zu heiß, zu trocken, zu nass, zu stürmisch: unsere Zukunft der Wetterextreme
Der Hurrikan Ida hat am Mittwochabend (1. September 2021) New York eine seit der Wetteraufzeichnung noch nie dagewesene Regenmenge von 80 Millimetern in nur einer Stunde beschert. Dieser schlimme Unwetterrekord verweist den erst vor etwa einer Woche gesetzten Starkregenrekord New Yorks durch Tropensturm Henry mit 49 Millimeter auf Platz 2 der Wetterextreme. Von Maryland bis New York gibt es bis heute (3. September) mindestens 42 Toten.
New York ist kein Einzelfall. In Deutschland wurde nach drei sehr trockenen Jahren mit großen Waldverlusten in diesem Sommer in der Uckermark mit rund 140 Milimetern Rekordniederschlag innerhalb eines mehrstündigen Regens gemessen. Extreme Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen haben im Juli 2021 zu furchtbaren menschlichen Verlusten und weitreichenden ökonomischen Schäden geführt, als in wenigen Minuten aus kleinen Flüssen reißende Fluten wurden.

Das Wetter wird nachweislich extremer
Das Wetter wird immer extremer. Und zwar nachweislich. Der am Mittwoch veröffentlichte Atlas zu Wetterextremen (1970–2019) der World Meteorological Organisation (WMO) und von dem United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR) zeigt, dass Stärke und Anzahl der wetter‑, klima- und wasserbedingten Katastrophen seit 1970 stark zugenommen haben.
Die bis 2019 ausgewerteten Extremereignisse haben mit den Stürmen Katrina (2005 mit 163 Milliarden US Dollar Schäden), Harvey, Maria und Irma (alle in 2017) die ersten vier Plätze hinsichtlich der ökonomischen Schäden eingenommen. Der Wissenschaftler Petteri Taalas (WMO) schätzt, dass der Sturm Ida den Sturm Katrina in seinen ökonomischen Auswirkungen übertreffen wird — und damit auf Platz 1 der Schadensliste landen könnte.
Mit dem WWF-Newsletter nichts mehr verpassen!
Die Klimakrise ist kein regionales Ereignis, sondern kann jede und jeden von uns treffen. Auch die Münchner Rückversicherung zeigt auf, dass auf uns in Deutschland mehr Dürre‑, Sturm- und Starkregen, aber auch Hagelereignisse im Sommer zukommen. Wetterextreme gefährden zunehmend unsere Land- und Forstwirtschaft, unsere Infrastruktur, Wirtschaft und Gesundheit.
Klimakrise ist jetzt!
Diese erste Septemberwoche 2021 mahnt uns mit seinen Extremwetterrekorden, dass wir sofort Handeln müssen. Auf der einen Seite steht der Klimaschutz mit der sofort nötigen Reduktion der Kohlenstoffemissionen. Für die Bundestagswahl haben wir ein weiteres Mal gezeigt, was auf politischer und Wirtschaftsebene passieren muss, um der politischen Sorgfaltspflicht für uns Bürger nachzukommen:
- Minderung der Emissionen um 70 Prozent bis 2030
- Umbau der klima- und umweltschädlichen Subventionen
- Schaffung von mehr Arbeitsplätzen auf den Transformationswegen zu einer klimaneutralen Wirtschaft
- den Durchbruch bei der Energiewende mutig angehen mit gesteigerter Energieeffizienz und mehr erneuerbaren Energien.
Folge uns in Social Media
Der Wald ist wichtiger Partner in der dringend benötigten Reduktion der menschgemachten Emissionen. Derzeit ist der Verlust von Wald durch Übernutzung und Feuer global so stark, dass sein Verlust 10–20 Prozent der globalen menschengemachten Emissionen ausmacht.
Entwaldung beenden!
Unser Waldmanagement ist ein Schlüsselfaktor für die Vermeidung von Extremwetterereignissen, das sollte uns stärker bewusst werden. Um der Wucht der zunehmenden Wetterextremen zu begegnen, muss die Entwaldung und Verschlechterung der Wälder (Degradation) sofort beendet werden. Deutschland hat innerhalb der EU den größten Fußabdruck bei der Entwaldung der Tropenländer. Unsere Lebensmittelindustrie ist stark mit Entwaldung verknüpft, die unser Klima in die Extremwetterlagen führt.
Wir fordern deshalb
- sofortigen Stopp der Entwaldung durch die Schaffung eines wirksamen EU-Gesetzes für entwaldungsfreie Lieferketten. Die Lebensmittelindustrie muss aufgrund der negativen Rückkopplung von Klimawandel und Waldstörung extrem schnell klimaneutral werden.
- Eine wirksame Bekämpfung von Umweltkriminalität, die zum Verlust von Wald und seiner Qualität führt. Etwa ein Drittel des geschlagenen Holzes wird global illegal auch mit Lieferketten nach Deutschland geschlagen.
- deutlich mehr Engagement der nächsten Bundesregierung beim Schutz der Wälder und der Wiederherstellung von durch Feuer und Übernutzung degradierter Landschaften.
Wenn wir nicht beherzt vorbeugen, gehen wir trotz besseren Wissens mit offenen Augen in die Wetterextreme hinein. Am 24. September ist an 213 Orten in Deutschland zusammen mit Fridays-for-Future Klimastreik. Wir zählen dort auf Euch! Und am 26. September wählen wir unsere Zukunft. Wir können, wir müssen in diesem September der Extremwetter nachdrücklich die Weichen gemeinsam in eine verlässlichere Zukunft stellen.
Der Beitrag Zu heiß, zu trocken, zu nass, zu stürmisch: unsere Zukunft der Wetterextreme erschien zuerst auf WWF Blog.
