Spätzünder, Schillerlocke, Schleifpapier: 12 Fakten über Haie

Der WWF kooperiert mit der Deutschen Eishockeyliga (DEL) und macht sich gemeinsam mit den Sportlern für den Artenschutz stark. Im Rahmen des Projekts erzählen wir Bekanntes und weniger Bekanntes über die Wappentiere der Clubs. Aus diesem Grund präsentieren wir: die Haie!

Haie haben High-Tech-Haut, sind auch sonst extrem faszinierende Wesen und längst nicht die Killer, als die sie oft dargestellt werden. Ihr grausames Image sind die eigentlich sensiblen Meeresbewohner seit dem Filmklassiker „Der Weiße Hai“ nicht mehr los geworden. Und im kürzlich erschienenen Film „The Shallows“ nehmen sie wieder diese Rolle ein. Die Panikmache wird Haien aber nicht gerecht. Mit diesen 10 Fakten, die ihr euch stattdessen merken könnt, wollen wir das Bild geraderücken.

Haie gibt es überall

Haie kommen in allen Meeren dieser Welt vor und sind ebenso vielfältig wie ihre Lebensräume. Die bekanntesten Vertreter sind die Hammerhaie und der Weiße Hai – zum Beispiel auch Symbol der Eishockey-Mannschaft „Kölner Haie“.
Insgesamt sind aber über 500 Hai-Arten bekannt und jedes Jahr werden neue beschrieben. Der Walhai wird bis zu zwanzig Meter lang und ist damit der größte Fisch der Welt. Im Gegensatz dazu sieht der Zwerghai, der mit 20 Zentimetern bereits ausgewachsen ist, verdammt klein aus. Von vielen Haien hat man aber noch nie gehört. Wie etwa Brombeerhai, Zigarrenhai, Schokoladenhai, Düsterer Hai, Fransenteppichhai, Großnasenhai oder Gefleckte Meersau. And the List goes on…

Haie sind viel älter als Dinosaurier

Haie sind echte Urgesteine. Sie leben schon seit 450 Millionen Jahren auf unserem Planeten. Die ersten Haie gab es damit lockere 200 Millionen Jahre vor den Dinosauriern. Genug Zeit, sich überall im Meer und in den Tropen sogar bis ins Süßwasser ihre Nischen zu suchen.

Was fressen Haie?

Viele Haie fressen nur alle vier bis sieben Tage. Und sind trotzdem ganz schön verfressen: Insgesamt frisst jeder Hai pro Jahr etwa das Zehnfache seines Körpergewichtes. Wir Menschen nur ungefähr das Doppelte.

Aber gerade die größten Haiarten wie Riesenhai und Walhai fressen beziehungsweise „schlürfen“ nur Plankton. Die Nahrung der Haie ist je nach Lebensweise und Lebensraum extrem unterschiedlich: Krebstiere, Tintenfische, Muscheln, Schnecken, eine Vielzahl an Fischen und auch andere Haie. Manche Hai-Arten jagen auch aktiv Robben und sogar Vögel wie Albatrosse oder Pinguine — auch wenn sie längst nicht so blutrünstig sind, wie sie in Hollywood gerne dargestellt werden.

Einige Haie stehen an der Spitze der Nahrungskette und haben dementsprechend kaum oder nur wenige natürliche Feinde. Aber selbst der Weiße Hai muss sich vor Orcas fürchten.

Haie sind weniger gefährlich als man denkt

Von den über 500 Hai-Arten sind vor allem drei Arten potenziell gefährlich für den Menschen: Der Weiße Hai, der Bullenhai und der Tigerhai. Von den etwa 100 Unfällen mit Haien pro Jahr, enden im Schnitt nur fünf bis zehn Fälle tödlich für den Menschen. Es kommen mehr Menschen durch Wespenstiche oder Blitzeinschläge ums Leben!

2018 wurden laut der Datenbank International Shark Attack File weltweit 130 Haiangriffe auf Menschen registriert. Jeder Fall ist einen schreckliche Tragödie. Aber noch eine Relation: Fünfmal so viele Menschen als bei Haiangriffen sterben beim Schießen eines Selfies, wie die indische Fachzeitschrift “Journal of Family Medicine and Primary Care” recherchiert hat.
Zwischen 2011 und 2017 kamen weltweit mindestens 259 Menschen bei Selfie-Aufnahmen um. 50 Menschen wurden im selben Zeitraum durch Haie getötet.

Schwarspitzenriff Hai
Lebt auch im sehr flachen Gewässer: Schwarzspitzenriffhai © naturepl.com / Cheryl-Samantha Owen / WWF

Menschen töten zig Millionen Haie — jedes Jahr

Der größte Feind der Haie ist der Mensch. Vor allem in Asien gelten Hai-Flossen als Delikatesse, Hai-Knorpel landet in Kosmetika und Arzneimitteln – und auch in Europa wird Hai-Fleisch gegessen.

Der steigende Wohlstand in einigen asiatischen Ländern wird für die Haie leider zur zunehmenden Bedrohung, weil sich immer mehr Menschen Hai-Feinkost leisten können und wollen. Jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen – oft als Beifang. Und der ist bei Haien wohl selten ungewollt. Denn auch der Beifang endet in der Suppe.

 

Hai Flossen: Hunderte zum Trocknenn ausgelegt, Hong kKong
Haiflossen liegen zum Trocknen in der Sonne, um in den Handel nach Asien zu kommen © WWF-Hong Kong / Elson Li

Schillerlocke ist Hai. Und eine Sauerei.

Auch in Deutschland wird schon seit langem Hai gegessen. Hinter der Schillerlocke, die es an der Fischtheke zu kaufen gibt, verbirgt sich der geräucherte Bauchlappen des Dornhais.
Durch Überfischung ist sein Bestand bei uns im Nordostatlantik stark gefährdet und nimmt einen Platz auf der langen Liste der bedrohten Arten ein. (Um den Dornhai zu schützen, hat der WWF zusammen mit Edeka die Schillerlocke aus dem Sortiment verbannt.) Wie schon in unserem Fischratgeber steht: Auf keinen Fall essen!

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Der Haifisch, der hat Knorpel

Haie gehören zu den Knorpelfischen. Ihr Skelett besteht nicht aus Knochen oder Gräten, sondern aus Knorpel. Der ist ähnlich unserer Ohrmuschel viel elastischer. Auch Rochen zählen übrigens zu den Knorpelfischen, genauso wie die Seekatzen (Chimären). Die meisten anderen Fische gehören dagegen zu den Knochenfischen.

Der Hai kann nicht rückwärts schwimmen

Haie können nicht rückwärts schwimmen. Das liegt daran, dass sie im Gegensatz zu manch anderen Fischarten unbewegliche Brustflossen besitzen, mit denen sie nicht zurückrudern können.

Riesen Hai vor der Küste von Cornwall
Eine Riese: Der Riesenhai vor der Küste von Cornwall © naturepl.com / Alex Mustard / WWF

Welche Haie gibt es in Nordsee und Ostsee?

Haie gibt es nicht nur im Film und weit da draußen. In der Nordsee finden sich zum Beispiel Glatthai, Dornhai und Katzenhai. Aber auch der Heringshai, der kleine Verwandte des Weißen Hais, der auf ein stolzes Gewicht von bis zu 200 Kilogramm bei einer Größe von drei Metern kommen kann. Dabei ist das noch klein gegen den (ebenfalls in der Nordsee beheimateten) Riesenhai. Der ist nach dem Walhai die zweitgrößte bekannte Fischart mit einer Körperlänge von bis zu zwölf Metern und einem Gewicht von rund fünf bis sieben Tonnen. Riesenhaie halten sich auch gern in unmittelbarer Küstennähe auf — und sind friedliche Planktonfresser.

Und die Ostsee? Auch hier gibt es Haie! Ein Forscherteam der Universität Hamburg hat kürzlich genauer erforscht, welche Haie es in deutschen Meeresgebieten gibt – manche sind sogar bis in die Ostsee nachgewiesen. Doch wie in der Nordsee, so sind auch die wenigen in der Westlichen Ostsee lebenden Haie allesamt für den Menschen ungefährlich.

Haut wie Schleifpapier

Die Haut von Haien wurde früher als Schleifpapier benutzt! Sie ist nämlich mit Hautzähnchen bedeckt. Das klingt High Tech, ist es auch, denn so wird die Haut extrem widerstandsfähig und die entstehenden Rillen lassen Wasser höchst effektiv am Körper entlang gleiten – das spart viel Energie. Am Kiefer des Hais werden die Hautzähnchen dann zu richtigen Zähnen. Apropos Zähne: Der Hai verliert etwa alle zwei Wochen durch Abnutzung oder Abbruch einen Zahn. Dann rückt – wie in einem Revolver — einfach der Nächste aus der hinteren Reihe nach. Daher heißt sein mehrreihiges Gebiss auch Revolvergebiss.

Geschlechtsreif mit 150

Haie sind oft ziemliche Spätzünder. Denn einige Hai-Arten werden teilweise erst mit 30 Jahren geschlechtsreif, meist jedoch wie wir als Teenager. Der Grönlandhai nach rekordverdächtigen 150 Jahren. Dafür können Grönlandhaie aber auch mindestens 400 Jahre alt werden, berichtet eine internationale Forschergruppe um Julius Nielsen von der Universität Kopenhagen in der Fachzeitschrift “Science”. Damit sind sie die langlebigsten Wirbeltiere.

Eier oder Baby?

Wenn es dann so weit ist, gebären etwa zwei Drittel der Arten lebende Junge. Das andere Drittel hingegen legt Eier am Boden, in Steinen oder Algen ab, aus denen der Nachwuchs schlüpft.

Haie haben im Gegensatz zu vielen anderen Fischarten nur wenige Nachkommen. Die späte Geschlechtsreife und die wenigen Jungen machen sie besonders anfällig für Überfischung.

Logo WWF DEL Kooperation

Vom Jäger zum Gejagten

Mehr über Haie und die grausame Jagd auf die wichtigen Meeresbewohner: www.stopp-wilderei-weltweit.de/hai/

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Braunbär zurück in Bayern – Was tun?

Womöglich kehrt der Bär zurück nach Bayern. Ende Oktober tappte in Garmisch-Patenkirchen ein Braunbär in eine Fotofalle. Einige Tage zuvor war im Balderschwanger Tal in den Allgäuer Alpen Bärenkot entdeckt worden. Vermutlich vom gleichen Bär. Es scheint ein junger Braunbär zu sein, der sich sehr scheu und vorsichtig verhält, aber ein großes Streifgebiet hat. Denn zwischen den beiden Fundorten liegen 50 Kilometer.

Wo kommt der Braunbär her?

Dass Braunbären in Süddeutschland auftauchen, ist gar nicht so ungewöhnlich. Schließlich war Deutschland jahrhundertelang Heimat der großen Raubtiere. Zwar leben momentan keine Bären dauerhaft unmittelbar in deutschen Grenzregionen. Doch auch der Weg von Norditalien bis zu uns ist für Braunbären nicht wirklich weit. Wir vermuten, dass der junge Braunbär aus dem etwa 120 Kilometer entfernten italienischen Trentino über Österreich nach Bayern eingewandert ist.

Braunbär Begegnung: Wie soll man sich verhalten?

Die Wahrscheinlichkeit, dem Bären wirklich zu begegnen, ist sehr gering. Braunbären sind Menschen gegenüber scheu. Im Ernstfall solltet ihr wie bei jedem anderen Wildtier Abstand halten und euch langsam zurückziehen. Vermeidet unbedingt, den Bären zu provozieren oder zum Beispiel ein Foto mit ihm zu machen!
Wanderer sollten außerdem keine Abfälle wie Essensreste in der Natur zurück lassen. Das könnte den Bären anlocken und er könnte sich an menschliches Futter gewöhnen. Im schlimmsten Fall lernt so ein Bär die Nähe von Menschen aktiv aufzusuchen – so wie vor 13 Jahren „Problembär Bruno“.

Braunbär in Bayern — Wie ist der aktuelle Stand?

Seit Ende Oktober ist der Braunbär nicht wieder gesichtet worden. Womöglich hat er uns also nur kurz besucht und streift im Grenzgebiet zwischen Österreich und Deutschland umher. Vielleicht bereitet er sich auch darauf vor, hier zu überwintern. Und es kann durchaus sein, dass sich in Zukunft weitere Bären bei uns niederlassen.

Kein neuer „Bruno“, einfach ein Bär

Seit ihrer Ausrottung in Deutschland haben erst zwei Bären wieder zu uns gefunden. Der letzte Bär, der nach Bayern einwanderte, war „Problembär“ Bruno 2006. Er wurde leider erschossen. Das darf und muss sich nicht wiederholen! Damals war Bayern überhaupt nicht vorbereitet und Bruno zeigte sich ungewöhnlich aufdringlich und suchte bewusst Siedlungen und Nutztiere auf. Der Braunbär, der nun — 13 Jahre später — in Bayern auftauchte, zeigt sich artgemäß sehr scheu und unauffällig. Ein ganz normaler Bär also.

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Wie gefährlich sind Bären für Schafe, Kälber und Bienen?

Große Beutegreifer wie Wolf und Bär sind natürlich eine Gefahr für ungeschützte Nutztiere. Um Konflikten vorzubeugen, müssen Anwohner, Landwirte und Bienenzüchter informiert und aufgeklärt werden. Bärensichere Mülleimer und Kompostierstationen, Herdenschutzzäune und ein Expertenteam sollten zumindest bereitstehen – damit Deutschland nicht erneut seinen einzigen Meister Petz verliert.

Bayern ist seit Bruno zumindest auf dem Papier gut vorbereitet. Die Behörden sollten jetzt die Winterruhe nutzen, um alles umzusetzen. Aber in Baden-Württemberg beispielsweise fehlen solche Pläne völlig. Und auch hier ist eine Zuwanderung von Braunbären theoretisch möglich!

Wie überwintern Braunbären?

Zwischen Oktober und Dezember beginnt für die Braunbären die Winterruhe. Sie graben sich dafür eine Höhle oder nutzen fertige Löcher und Spalten und polstern sie mit Gras, Laub, Moos und ähnlichem. Doch sie legen sich darin nur zur Winterruhe, nicht in einen Winterschlaf. Das heißt, sie dösen eher, als dass sie tief schlafen.

Wie viele Braunbären gibt es in Europa?

Insgesamt gibt es auf der Erde etwa 200.00 Braunbären. Davon leben vermutlich über 100.000 Tiere in Russland. In Europa (ohne den russischen Teil) sind es nur etwa 17.000.

Wie schnell, wie groß, was frisst er? Kurzsteckbrief Braunbär

Der Braunbär ist ein Allesfresser und ernährt sich von dem, was ihm vor die Nase kommt. Deshalb ist es so wichtig, Mülltonnen genau wie Nutztiere zu schützen.

Braunbären sind neben den Eisbären die größten Landraubtiere. Die großen Männchen können bis zu 2,50 Meter lang, 1,50 Meter hoch und über 500 Kilogramm schwer werden. Der Europäische Braunbär ist aber deutlich kleiner als seine Verwandten in Nordamerika. Ein männlicher Braunbär bei uns wiegt zwischen 135 und 150 Kilogramm, die Weibchen zwischen 80 und 120 Kilogramm. Wenn nötig, können Braunbären bis zu 50 Kilometer pro Stunde laufen.

Mehr dazu findet Ihr in unserem Artenlexikon.

Wildes Deutschland

Braunbär (Ursus arctos) © Ralph Frank / WWF

Deutschland wird wieder wilder: Wölfe und Elche kehren zurück, Luchse streifen wieder durch unsere Wälder und bald vielleicht auch der Bär.
Für uns wäre es ein großer Gewinn, wenn der Braunbär sich wieder dauerhaft in Deutschland niederließe – aber natürlich auch eine Herausforderung, auf die man vorbereitet sein muss.

 

 

 

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