Bonobos: Matriarchat und Sex für den Frieden
Frieden statt Krieg, Sex statt Gewalt, Matriarchat statt Machos: Bonobos sind zusammen mit den Schimpansen die engsten Verwandten von uns Menschen. Aber sie haben sich für einen anderen Weg entschieden. Während Schimpansen zu Gewalt neigen, gelten Bonobos als friedlich und freundlich, haben ein ausgefeiltes Sozialverhalten und lösen Konflikte in der Gruppe mit Zärtlichkeiten. Nicht das einzig Erstaunliche aus dem Leben der Bonobos:
Die Liebe besiegt alles
Sex ist für die Bonobos enorm wichtig – und keineswegs nur für die Fortpflanzung gut. Sex reguliert das Sozialleben und entspannt Konflikte. Bonobos, egal ob Männchen oder Weibchen, haben mehrmals täglich Sex, unabhängig von Geschlecht, Alter, Verwandtschaft und Status. Und dabei sind sie sehr einfallsreich: Verschiedene Stellungen, Petting, wilde Küsse, Selbstbefriedigung usw. Unter Weibchen ist das GG rubbing der Hit, das gegenseitige Reiben der Geschlechtsorgane. Das ist wohl gut für den Stressabbau und enge Bindungen. Und eine enge Bindung ist für die Bonobo-Weibchen besonders wichtig.

Frauenpower
Männerherrschaft? Nicht bei den Bonobos. Hier herrscht das Matriarchat. An der Spitze der Rangordnung stehen meist ein Alpha-Weibchen — und ihr Sohn. Die Rangordnung ist aber recht flexibel. Häufig werden die Gruppen mit ihren bis zu 80 Mitgliedern von in etwa gleichberechtigten Bonobos gemeinsam angeführt.
Kontakte helfen
Die Weibchen sind den Männern zwar körperlich unterlegen, halten aber zusammen. Der soziale Status ist abhängig von starken Bindungen zu anderen Weibchen. Ältere Weibchen sind in der Regel ranghöher als jüngere. Weibchen, die noch keinen Nachwuchs haben, sind zunächst rangniedrig. Männchen kooperieren weit weniger miteinander.
Muttersöhne
Die Bindung zwischen Mutter und Kind ist bei Bonobos und Schimpansen besonders innig. Bonobokinder werden mehrere Jahre lang gesäugt. Besonders die Männchen fühlen sich dann auch zeitlebens sehr mit der Mutter verbunden. Die Muttersöhne bleiben gewöhnlich in der Gruppe, in der sie geboren werden. Die jungen Weibchen ziehen zur Familiengründung in die Welt — oder auch einfach nur in die Nachbargruppe.

Mit Mutterliebe auf Brautschau
Die Mutterliebe geht bei Bonobos noch ein wenig weiter als bei den (meisten) Menschen: Bonobomütter helfen ihren Söhnen aktiv bei der Brautschau. Immer wieder wird Sohnemann in die Nähe fruchtbarer Weibchen bugsiert. Nebenbuhler vertreibt Mama resolut. Der Erfolg ist beachtlich: Durch mütterliche Kuppelei steigt die Aussicht der Söhne auf Vaterschaft um etwa das Dreifache, zeigen Ergebnisse vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Die Töchter können hingegen nicht auf Hilfe der Mütter zählen.
Galant im Regenwald
Männchen zeigen Weibchen gegenüber nur sehr selten Aggressivität. Zwischen Männchen kann es hingegen auch mal krachen — wenn auch in moderater Intensität. Gegenseitige Tötungen sind bei Bonobos nicht bekannt.
Keine Kameras, bitte
Bei aller Freizügigkeit scheinen Bonobos ihre Privatsphäre zu schätzen. Kameras in ihrem Lebensraum mögen sie nicht. Wissenschaftler:innen der Max-Plack-Gesellschaft wollten wissen, wie Menschenaffen mit Kamerafallen in ihrem Lebensraum umgehen. Dabei reagierten Schimpansen und Bonobos völlig verschieden. Bonobos fühlen sich von Kamerafallen gestört. Sie näheren sich ihnen nur zögerlich oder halten sich sogar absichtlich von ihnen fern. Schimpansen hingegen ignorieren die Kameras oder begegnen ihnen mit Neugier.
Junge Affen sind dabei auf jeden Fall neugieriger als ihre erwachsenen Artgenossen. Sie schauten umso länger in die Kameras, wenn sie allein unterwegs sind.
Mit Schirm und Charme
Bonobos leben ausschließlich in den Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo. Und wie der Name schon sagt regnet es dort sehr häufig. Das scheint manchen Bonobos durchaus auf die Nerven zu gehen. Bei starkem Regen nutzen Bonobos manchmal Schirme und Hüte aus Blättern.
Bonobos reden wie Babys?
Beim Essen, Laufen, Ruhen oder Streiten: Bonobos verständigen sich in vielen verschiedenen Situationen mit Rufen. Diese sehen Wissenschaftler:innen der Universität Neuchâtel im Journal PeerJ als mögliche Übergangsform zur Sprache, vergleichbar mit der Kommunikation menschlicher Säuglinge. Andere Forscher sehen darin Signale, um den Gruppenzusammenhalt zu stärken. Das machen aber auch andere Tiere wie etwa Erdmännchen.
Kein Paradies für Bonobos
Sex, Frieden und stets reichlich zu Fressen: Die Heimat der Bonobos im Kongobecken könnte ein Paradies sein. Ist es aber längst nicht mehr. Dafür sorgt der Mensch. Bonobos kommen nur in einem von Flüssen begrenzten Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo. Und die Regenwälder des Kongos werden leergejagt für Buschfleisch, sie werden gerodet für Holz, für Ackerflächen, für Rohstoffe.
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Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gelten Bonobos wie viele andere Affenarten als stark gefährdet. Wir gehen von nur noch 15.000 bis 20.000 Bonobos in der Wildnis aus. Die Datenlage ist aber noch dünn. Der Salonga-Nationalpark beheimatet wahrscheinlich mehr als die Hälfte der gesamten Bonobopopulation. Der WWF hat nicht zuletzt deswegen 2015 das Comanagement von Salonga übernommen.

Essen ist wichtig – und wird geteilt
Bonobos denken nicht immer nur an das Eine, auch Essen ist enorm wichtig. Bis zu zwei Drittel des Tages widmen sie der Nahrungssuche und dem fressen. Und verhalten sich dabei vorbildliche: Bonobos teilen ihre Nahrung mit allen Gruppenmitgliedern, unabhängig von der Verwandtschaft.
Bonobos fressen andere Affen
Bonobos fressen in erster Linie Früchte und Blätter. Sie sind aber bei aller Liebe keineswegs ausschließlich friedvolle Vegetarier. Bonobos fressen auch gerne mal Fleisch. Andere Affen sollten sich tunlichst von ihnen fernhalten: Forscher:innen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Biologie in Leipzig haben Bonobos dabei ertappt, wie sie Jungtiere anderer Affenarten erbeutet haben. Sie beobachteten im Salonga-Nationalpark mehrmals die Jagd auf Jungtiere anderer Primaten – die sie dann bei lebendigem Leib auffraßen…
Fieslinge bevorzugt
Zu lieb darf es dann doch nicht sein. Bonobos bevorzugen eindeutig Fieslinge, heißt es im Fachblatt „Current Biology“. Bonobos konnten in verschiedenen Tests eindeutig zwischen zwei Charakteren unterscheiden, Sie bevorzugten dann aber mehrheitlich die Rüpel. Ihre Präferenz für den Bad Guy stieg, je schlechter der sich verhielt. Die Forscher vermuten, dass Bonobos Grobheit als hohen sozialem Status interpretieren. Sie stellten sich dann aus Opportunismus auf die Seite der Tunichtgute — um nicht selbst gemobbt zu werden.
Menschen hingegen ächten Flegel sozial – eine einzigartige Fähigkeit, die das Zusammenleben in Gruppen ermöglicht, vermutet die Forschung. Was diesen Punkt angeht sind Menschen also eindeutig die besseren Affen.
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Gut gebrüllt: 13 erstaunliche Fakten über Löwen
Der Löwe (Panthera leo) gilt als König der Tiere. Doch er ist nach dem Tiger nur die zweitgrößte Raubkatze der Welt.
Trotzdem stehen die muskelbepackten Löwen nicht umsonst für Kraft und Stärke – und sind dabei die sozialsten Katzen, die es gibt.

Wie laut brüllen Löwen?
Löwen brüllen vor allem bei Sonnenaufgang und in der Dämmerung und markieren damit ihr Revier. Das markerschütternde Löwengebrüll ist etwa acht Kilometer weit zu hören. Das lauteste Tier der Welt ist der Löwe damit aber nicht. Diesen Rekord hält der Pistolenkrebs, der seine Beute mit einem über 200 Dezibel lauten Knall außer Gefecht setzt.
Löwen sind Langschläfer
Löwen schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Möglich macht das ihre Ernährung: Die Fleischfresser nehmen verhältnismäßig viele Kalorien auf einmal auf.
Ein hungriger Löwe kann während einer einzigen, ausgedehnten Mahlzeit bis zu einem Fünftel seines Körpergewichts fressen, also je nach Größe etwa 30 Kilogramm Fleisch vertilgen.
Löwen: Die einzigen Raubkatzen im Rudel
Löwen sind die sozialsten unter den Katzen, sie leben als einzige in Gruppen. Alle anderen Großkatzen wie Tiger, Geparde, Jaguare oder Leoparden sind Einzelgänger. Doch die Jagd von Beutetieren, die ein Vielfaches größer sind als der Löwe selbst, erfordert Teamwork. Und gemeinsam lassen sich auch die riesigen Reviere besser verteidigen: In beutearmen Regionen kann ein Löwenrevier bis zu 5000 Quadratkilometer groß sein.

Löwen spielen gerne
Mimik und Körpersprache der Löwen sind hoch entwickelt. Soziale Aktivitäten und die Kommunikation untereinander spielen für die Raubkatzen eine große Rolle. Zur Begrüßung reiben Löwen sich die Wangen und auch erwachsene Tiere spielen häufig miteinander.
Löwen sind Lüstlinge
Beim Sex bekommen Löwen nicht genug. Sie treiben es laut, aggressiv und in der Paarungszeit fast ununterbrochen. Während der Brunft bleiben Männchen und Weibchen die ganze Zeit zusammen und paaren sich etwa alle Viertelstunde. Rund um die Uhr, über mehrere Tage, etwa 40 Mal am Tag und insgesamt rund 300 Mal pro Hitze. Dabei dauert ein einzelner Akt allerdings nur um die 30 Sekunden.
Warum Löwen eine Mähne haben
Einzigartig bei Katzen ist die eindrucksvolle Mähne der Löwenmännchen. In Kämpfen schützt sie den Nacken und dämpft Prankenhiebe. Hauptsächlich hat sich die Löwenmähne aber evolutionär wohl entwickelt, um die Damenwelt zu beeindrucken. Schließlich zeigt sie, ob das Männchen eine gute Partie ist: Je dunkler die Mähne, desto besser ist es um Ernährung, Gesundheit und Testosteronspiegel des Löwen bestellt.
Löwen haben einen Fingerabdruck

So einzigartig wie der menschliche Fingerabdruck ist das Schnurrhaarmuster der Löwen. Keines gleicht dem anderen, die Anordnung der dunklen Tupfen ist bei jedem Löwen unterschiedlich. Das macht die Tiere beispielsweise auf Kamerafallen-Fotos eindeutig identifizierbar.
Löwen sind Laufsteg-tauglich
Löwen haben einen eleganten Gang: Beim Laufen berühren ihre Fersen nicht den Boden, die Raubkatzen sind Zehengänger.
Der Löwe ist sich selbst der größte Feind
Zumindest im Tierreich: Löwen sind sogenannte Top-Prädatoren. Sie stehen an der Spitze der Nahrungskette und ein ausgewachsener Löwe hat keine natürlichen Feinde. Gefahr droht allerdings aus den eigenen Reihen – bei Konkurrenzkämpfen und für den Nachwuchs. Denn Löwenmännchen töten häufig fremde Jungtiere, wenn sie ein neues Rudel übernehmen. Viel größer ist aber nach wie vor die Bedrohung durch den Menschen und den schwindenden Lebensraum.
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Löwen sind die neuen Tiger
Leider gilt das für die Traditionelle Chinesische Medizin: Wo die angeblich heilsamen und potenzsteigernden Tigerknochen knapp werden, halten immer öfter Löwenknochen als Ersatz her. Das treibt die Wilderei auf Löwen immer weiter in die Höhe.
Könnte der König der Tiere bald aussterben?
Wenn es so weiter geht, ja! Löwen gelten als gefährdet. In den letzten 25 Jahren haben wir 20.000 von nur 40.000 aller wild lebenden Löwen verloren. Lebensraumverlust, Beutetiermangel und Wilderei lassen die Bestände stetig weiter schrumpfen.

Löwen gibt es nicht nur in Afrika
Löwen leben heute hauptsächlich in den Savannen, Trockenwäldern und Halbwüsten des südlichen Afrika. Doch auch in Asien, genauer in Indien gibt es noch Löwen: Eine kleine Restpopulation der letzten etwa 500 Asiatischen Löwen im bekannten Gir Nationalpark im indischen Bundesstaat Gujarat.
Löwenschutz heißt Rinderschutz

Mubuso Kakambi ist Löwenwächterin in Botswana im südlichen Afrika. Das bedeutet auch, dass sie sichere Zäune baut, um Rinder vor den Raubkatzen zu schützen. Denn je näher die Menschen an Schutzgebieten siedeln, umso häufiger treffen Löwen auf ihren Wanderungen auf Siedlungen und Nutztiere.
Kommt es zu Übergriffen auf nicht ausreichend geschützte Rinder und Ziegen, droht dem sogenannten „Problemlöwen“ der Abschuss. Das zu verhindern ist eine von Mabusos Aufgaben.
Wie können wir die Löwen retten?
Der WWF hat eine spezielle Löwenstrategie verabschiedet. Hierfür brauchen wir dringend Unterstützung, damit die Löwenbestände auch in Zukunft weiter bestehen.
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