Blauwale: Rekordhalter der Tierwelt

Der Blauwal ist das größte Tier, das jemals auf der Erde gelebt hat – und kann mit einigen weiteren Superlativen aufwarten. Zum Beispiel mit extremen Lautstärken, einem äußerst dehnbaren Maul und mit einem Herz, das nur zweimal die Minute schlagen braucht. Unsere faszinierenden Fakten:

Alles an Blauwalen ist groß – und schwer

Rund 30 Meter lang und fast 200 Tonnen schwer können Blauwale werden und sind damit die größten bekannten Tiere aller Zeiten. Denn dies wird nach Gewicht bemessen. Allein das Blauwal-Herz ist so groß wie ein Kleinwagen. Ihre etwa fünf Meter lange Zunge ist mit über vier Tonnen so schwer wie ein ganzer Elefant.

Schrei nach Liebe

Blauwale sind häufig Einzelgänger und sehr selten geworden. Zur Paarungszeit müssen sie sich über tausende Kilometer Ozean bemerkbar machen. Und das tun sie. Die sanften Riesen gehören zu den lautesten Tieren der Welt. Mit Bei über 180 Dezibel sind sie lauter als ein Düsenjet. Doch ihr tieffrequentes Stöhnen, Brummen, Raspeln und Pochen liegt meist unterhalb unseres Hörbereiches.

Wie laut sind Blauwale? Wie sehen Blauwale aus?
30 Meter lang und kilometerweit zu hören © eco2drew / iStock / Getty-Images

Riesentier frisst Mini-Futter. Aber davon viel!

So groß sie sind, ernähren Blauwale sich von Plankton. Am liebsten von Krill und anderen Kleinstkrebsen. Bis zu 4 Tonnen Krill verschlingen sie pro Tag!

Das Krill-Paradoxon

Je mehr Wale in einer Meeresregion leben, desto mehr Krill gibt es hier, nicht weniger! Das sogenannte Krill-Paradoxon oder Antarktische Paradoxon: Als der industrielle Walfang vor rund hundert Jahren die großen Walarten der Antarktis nahezu ausrottete, brachen in Folge fehlender Blauwale die Krillbestände ein und mit ihnen die Populationen vieler Meerestiere und Seevögel. Man hatte einen wichtigen Kreislauf durchbrochen. Denn Wale düngen mit ihren Fäkalien das Meerwasser mit Eisen und lassen neues pflanzliches Plankton entstehen, wovon sich der Krill dann ernährt.

Extrem große Klappe

Was und wie frisst ein Blauwal? Wieviel Nahrung kann er aufnehmen? Wie nehmen Blauwale Nahrung auf?
Vorher recht stromlinienförmig, gleicht er nun einem Ballon © imago images / Ardea

Blauwale können ihr Maul extrem weit aufreißen – bis zu 90 Grad, also im rechten Winkel. Zum Fressen tauchen sie ab und rollen sich beim Zuschnappen drehend nach oben. Gefüllt mit einer riesigen planktonenthaltenen Wassermenge, wird ihr Schlund zu einem großen, kugelförmigen Beutel. Möglich machen das dehnbare Haut- und Speckfalten, die sich unter dem Maul bis zum Bauch erstrecken.

Ein 25 Tonnen schwerer Blauwal kann 25 Tonnen Wasser aufnehmen! Sah er vorher noch recht stromlinienförmig aus, gleicht er nun mehr einem Ballon – und filtert das Plankton aus dem Wasser in seinem Maul.

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Blauwale beißen nicht

Denn sie haben keine Zähne. Die Meeressäuger gehören zu den Bartenwalen, denen statt Zähnen hunderte feingliedrige Hornplatten aus dem Oberkiefer wachsen. Die Barten. Bis zu vier Meter lang können sie sein, werden auch als Fischbein bezeichnet und bestehen wie unsere Fingernägel aus Keratin. Mit haarigen Fasern gesäumt, wirken die Barten wie ein Sieb, wenn der Wal mit seiner Zunge das Wasser durch sie hindurch wieder aus seinem Maul herauspresst. Zurück bleiben die Kleintiere, die dann verschluckt werden.

Bartenwale
Statt Zähne: Barten filtern Plankton. Animation © IMAGO / StockTrek Images.

Sie fressen nur, wenn es sich lohnt

Blauwale halten ihr Maul nicht wahllos auf. Sie tauchen nur dann auf Nahrungssuche ab, wenn es sich lohnt, also ausreichend Plankton vorhanden ist. Denn jeder Tauchgang kostet wiederum Energie.

Blauwale sind nicht blau

Die Riesenwale sind eher stahl- bis blaugrau mit charakteristisch hellen Sprenkeln. Tiefblau erscheinen sie uns nur durch die Lichtreflexion unter Wasser. Ihr Bauch ist hellgrau oder weißlich-gelb.

Wenn Blauwal-Mütter Babys kriegen

Etwa elf Monate dauert eine Blauwal-Schwangerschaft und kommt das Kalb dann auf die Welt, gehört es bereits zu den größten Tieren der Erde. Mit einem Gewicht von rund drei Tonnen und sechs bis acht Metern Länge sind Blauwal-Junge annähernd so groß wie ein erwachsener Orca. Das erste halbe Jahr werden die Kälber gesäugt, trinken täglich rund 200 Liter der sehr fettigen Muttermilch und nehmen schnell an Gewicht und Größe zu.

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Schon ein neugeborener Blauwal ist riesig © imago images /VWPics

Wo leben Blauwale?

Blauwale leben in all unseren Weltmeeren mit Ausnahme des Mittelmeers. Zum Beispiel vor Grönland, Island, Chile, Sri Lanka, Mexiko, Kalifornien oder den Malediven. Sie wandern mit den Jahreszeiten zwischen den tropischen und polaren Ozeanen hin und her: Den Sommer verbringen sie in Krill-reichen, kühleren Lagen und fressen sich Fettreserven an. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen weit wandernden Bartenwalen, fressen sie in ihren warmen Fortpflanzungsgebieten weiter: Im Winter legen sie enorme Strecken Richtung Äquator zurück, um dort ihre Jungen zur Welt zu bringen.

In den letzten Jahren tauchen auch bei uns in Europa – vor England, den Azoren und Kanaren – wieder öfter Blauwale auf, was hoffentlich für eine Erholung der Population im Nordost-Atlantik spricht.

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Ein Herz fürs Tauchen

Normalerweise sind Blauwale mit zwei bis sechs Stundenkilometern eher gemächlich unterwegs, können aber mit ihren schlanken Körpern fast 50 km/h schnell werden, wenn sie sich bedroht fühlen oder schnell zwischen Fressgebieten wechseln möchten.

Während ihrer Wanderungen bleiben sie meist nur gute zehn Meter unter der Wasseroberfläche – was die Gefahr der Schiffskollisionen erhöht. Auf Nahrungssuche tauchen sie in 200 bis 500 Meter Tiefe ab. Beim Tauchen drosseln die Meeressäuger ihren Herzschlag bis auf zwei Schläge pro Minute. Das spart Sauerstoff.

Weit sichtbarer Blas: Wie schlafen und atmen Blauwale?

Wie atmen Blauwale? Wie schlafen Blauwale?
Ebenfalls superlativ: Atemfontäne des Blauwals © IMAGO / blickwinkel

Als Säugetiere müssen Blauwale zum Atmen regelmäßig aus dem Wasser auftauchen. Wie alle Bartenwale besitzen sie dafür zwei Blaslöcher auf dem Kopf. (Im Gegensatz zu den Zahnwalen mit nur einem Blasloch.)

An der Oberfläche atmen die Giganten zunächst mit großem Druck aus. Blas nennt man die Fontäne verbrauchter Luft der Wale. Sehr feucht und vermischt mit wegspritzendem Wasser außerhalb der Blaslöcher, ist sie bei Blauwalen bis zu zwölf Meter hoch und weit sichtbar. Anders als zum Beispiel wir Menschen, müssen Wale auch im Schlaf bewusst atmen, weshalb nur eine Gehirnhälfte schläft.

Wie viele Blauwale gibt es noch?

Begehrt für ihr Fleisch und Fett, den Tran, wurden Blauwale von den 1860er bis in die 1960er Jahre stark bejagt, zu Hunderttausenden getötet und nahezu ausgerottet. Als die Giganten der Meere 1967 endlich unter Schutz gestellt wurden, gab es höchstens noch etwa 3000 von ihnen. Inzwischen leben weltweit schätzungsweise wieder 10.000 bis 25.000 Blauwale. Doch noch immer sind sie stark gefährdet, in naher Zukunft auszusterben.

Junge Blauwale werden gelegentlich von Orcas angegriffen, haben aber dank ihrer Größe keine anderen natürlichen Feinde. Heute leiden sie unter der Verschmutzung unserer Meere — auch durch Lärm — Zusammenstößen mit Containerschiffen und der Klimakrise, die ihre Krillvorräte schrumpfen lässt.

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Geheimnisträger

Obwohl wir inzwischen Fakten wie diese kennen, wissen wir insgesamt noch wenig über die Blauwale. Sie sind trotz ihrer Größe schwer zu entdecken und zu erforschen. Wie genau funktioniert ihre Kommunikation? Wie viele Populationen gibt es wirklich und wo? Treffen sie sich auf ihren Wanderungen? Wo führen ihre Routen entlang? Gerade das Wanderverhalten der Riesen birgt noch viele Geheimnisse, die wir lüften müssen, wollen wir die größten Tiere der Erde wirksam schützen. Im Februar erscheint ein großer WWF-Bericht, der manche Antwort liefern kann.

Blauwale: Wir wissen fast nichts über sie
Forschung ist zu seinem Schutz unerlässlich © Richard Barrett / WWF UK

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Neozoen in Deutschland – 10 Arten, die sich bei uns (zu) wohl fühlen

Über die Felder Mecklenburg-Vorpommerns weht eine typisch norddeutsche Brise, als mit langen Beinen und Schritten einige Straußenvögel die Landstraße queren, die man sonst in wärmeren Gefilden vermuten würde. In Südamerika genaugenommen. Denn es sind Nandus. Ursprünglich in Brasilien, Argentinien oder Paraguay beheimatet, bei uns eingeschleppt und damit Neozoen in Deutschland.

Neo – was?

Ein Neozoon oder mehrere Neozoen sind Tiere, die der Mensch in Lebensräume gebracht hat, in denen sie vorher nicht vorkamen. Absichtlich oder unabsichtlich. Als blinde Passagiere in Schiffen oder Flugzeugen, als Nutz- und Zuchttiere zum Beispiel für Pelztierfarmen – oder indirekt durch den Bau von Kanälen, die eigentlich getrennte Gewässer miteinander verbinden.

Wie die Nandus nach Mecklenburg kamen

Wie verbreiten sich Neozoen?
Ausbrecher: Nandus werden hierzulande für Federn und Haut gezüchtet © IMAGO / BildFunkMV

Bis zu anderthalb Meter groß können die flugunfähigen Schreitvögel werden: Vor gut 20 Jahren brachen sechs Nandus aus einem Gehege bei Lübeck aus. Ihre Züchter bezweifelten, dass sie in der artfremden Umgebung überleben würden. Aber das taten sie. Und sie vermehrten sich – auf über 500 Tiere zwischen Ratzeburger See und Schaalsee. Die Bauern der Region beklagten enorme Schäden an ihren Feldern. Doch gefährden die gefräßigen, neuen Vögel zum Beispiel auch unsere Insektenwelt? Damit wären sie eine invasive Art.

Neozoon gleich invasive Art?

Nicht in jedem Fall. Als invasiv gilt eine eingewanderte Art, wenn sie einheimische Arten und Ökosysteme bedroht. Zum Beispiel auch, weil ihr hier die natürlichen Feinde fehlen. Die Nandus stehen auf der Grauen Liste der Arten, bei denen man das noch nicht weiß, die aber Potential zur invasiven Art haben. Nach langer Diskussion darf die streng geschützte Art zur Bestandsregulierung bejagt werden. Da unsere Winter den Tieren jedoch zusetzen, könnten die Nandus in Deutschland eventuell wieder aussterben.

Sind Neozoen und invasive Arten das Gleiche?
Junge Nordamerikanische Waschbären im Leipziger Auwald © IMAGO / Star Media

Waschbären: Mit die erfolgreichsten Neozoen in Deutschland

Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde 1927 für die Pelzzucht nach Deutschland eingeführt. Kurz darauf setzte ein Forstmeister zwei Waschbärpaare am hessischen Edersee aus, damit sie sich für die Jagd vermehren. Das taten sie. Am Ende des zweiten Weltkrieges entkamen außerdem einige Dutzend Tiere aus einer Pelzfarm bei Strausberg, einige Kilometer östlich von Berlin.

Die anpassungsfähigen Allesfresser verbreiteten sich schnell und können auch in Städten überleben. Schätzungsweise 1,3 Millionen Waschbären gibt es inzwischen bei uns in Deutschland. Sie fressen Obst, Nüsse, Käfer, Kröten, Fische, aber auch Sumpfschildkröten und ihre Eier, sowie als gute Kletterer Vögel, die sehr weit oben nisten. Inwieweit die Waschbären unseren heimischen Arten damit schaden und ob es Sinn macht, sie wieder zurückzudrängen, ist hoch umstritten.

Zum Verwechseln: Kein Waschbär, sondern ein Wildhund

Welche Neozoen gibt es in Deutschland?
Marderhund — englisch Racoon Dog, also Waschbärhund © IMAGO / blickwinkel

Ihre Gesichtszeichnung ähnelt der von Waschbären und so ist ihr englischer Name auch Raccoon Dog, also Waschbärhund. Bei uns heißen sie Marderhunde und leben als Neozoen in unseren Wäldern und Feuchtgebieten, seit sie als Pelztiere nach Russland gebracht, dann zu Hauf in der Ukraine ausgesetzt wurden und sich bis nach Südeuropa ausbreiteten.

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Ursprünglich stammen die Wildhunde aus Ostasien. Im Gegensatz zum Waschbären leben sie viel versteckter. Und sie haben keinen geringelten Schwanz.

Welches sind die exotischsten Neozoen in Deutschland?
Rosa Flamingos im Zwillbrocker Venn in Nordrhein-Westfalen © IMAGO / imagebroker

Rosa Neozoen im Münsterland: Flamingos aus den Anden

Es ist die nördlichste Flamingokolonie der Welt, die seit etwa 30 Jahren Nordrhein-Westfalens Moor- und Heidelandschaft an der niederländischen Grenze besiedelt. Abgesehen von einigen Europäischen Flamingos, die aus Südfrankreich hergeflogen sein könnten, besteht die Kolonie hauptsächlich aus Chileflamingos aus Südamerika. Unklar ist bis heute, wie sie hierhergekommen sind. Vermutlich sind sie aus Zoos oder privater Haltung entwichen.

Gelbkopfamazonen: Bunte Papageien in Stuttgart

Was ist ein Neozoon? Was sind Neozoen?
Gelbkopfamazone im Rosensteinpark in Stuttgart © IMAGO / blickwinkel

Ebenfalls exotisch, bunt gefiedert und erstaunlicherweise in unseren Breiten etabliert ist eine Population von Gelbkopfamazonen in Stuttgart. Die Papageienart kommt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika, kann die menschliche Stimme nachahmen und ist in ihrer Heimat vom Aussterben bedroht. Den Ursprung der Neozoen-Population in Stuttgart bildeten eine entflogene und eine ausgewilderte Gelbkopfamazone in der 1980er Jahren.

Halsbandsittiche: Häufige Neozoen bei uns in Deutschland

Wie viele Neozoen gibt es in Deutschland?
Halsbandsittiche in Speyer © IMAGO / imagebroker

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Weit häufiger und inzwischen in vielen deutschen Städten verbreitet sind die grünen Halsbandsittiche, deren Bestände ebenfalls auf entflogene Vögel zurückgehen. Sie stehen als potentiell invasiv unter Beobachtung, weil sie mit heimischen Arten um Nahrung und Nistplätze konkurrieren.

Fremde Wasserratten: Nutria und Bisam

Die Nutria, auch Biberratte genannt, stammt aus Südamerika, die Bisamratte aus Nordamerika. Beide wurden für die Pelzzucht nach Europa eingeführt, doch häufig ausgesetzt, als die Nachfrage sank und die Preise fielen.

Wie viele Neozoen gibt es in Deutschland?
Nutria (links) und Bisamratte © IMAGO / HJS / blickwinkel

Nutrias werden gute 60 Zentimeter lang und leben heute an vielen deutschen Gewässern, vor allem entlang des Niederrheins und im Spreewald. Mehr als 100.000 Nutrias wurden zuletzt in einer Jagdsaion erlegt — 57 Mal mehr Tiere als noch vor 20 Jahren.

Bisamratten sind nur etwa halb so groß und gelten vielerorts als Schädlinge, weil sie zum Beispiel Deiche schädigen.

Wollhandkrabben: Neozoen-Invasion aus China

Wollhandkrabbe: Invasives Neozoon in Deutschland
Wollhandkrabbe: Ihr Name kommt von ihren behaarten Scheren © agefotostock

Sie gehört zu den gefährlichsten Neozoen der Welt. Denn die Chinesische Wollhandkrabbe ist wanderlustig, anpassungsfähig und sehr vermehrungsfreudig. Die großen Krebse stammen aus China und Korea und sind vor gut hundert Jahren vermutlich im Ballastwasser von Schiffen zu uns nach Deutschland gekommen: Bei Leerfahrten oder wenig Ladung gleichen Frachtschiffe ihre Stabilität mit Hilfe von Wassertanks aus.

Wollhandkrabben leben im Süßwasser, wandern zur Fortpflanzung aber zum Meer und siedeln heute in allen Nord- und Ostsee-Zuflüssen. Sie sind Nahrungskonkurrenz für viele hier heimische Arten — auch Fische – und gelten deshalb als invasiv und Bedrohung für die Fischerei. Durch das Graben von Gängen beschädigen sie außerdem Dämme und Deiche und haben bei uns in Deutschland bereits Schäden von mindestens 80 Millionen Euro verursacht.

Lästige Neozoen: Asiatische Marienkäfer

Invasives Neozoon: Asiatischer Marienkäfer
Heller und mehr Punkte: Asiatischer Marienkäfer © IMAGO / NurPhoto

Ebenfalls stark invasiv sind die Asiatischen Marienkäfer. Sie unterscheiden sich von den hier heimischen Marienkäfer-Arten durch eine gelblichere Färbung und mehr Punkte. Für uns Menschen werden sie zur Plage, wenn sie im Herbst in ganzen Trauben in der Wohnung hängen. (Und sie können beißen, wobei man das zwar spürt, es aber nicht gefährlich ist.)

Für unser Ökosystem können sie eine Gefahr werden, weil sie – gefräßiger und vermehrungsfreudiger – die heimischen Arten verdrängen. Die Asiatischen Marienkäfer wurden einst zur biologischen Schädlingsbekämpfung nach Europa geholt und sind das beste Beispiel dafür, was der Mensch mit seinem Eingreifen in die Natur anrichten kann.

Hier könnt Ihr alles zum Asiatischen Marienkäfer noch einmal genauer nachlesen

Was ist ein Neozoon und was sind Neophyten und Neobiota?
Ochsenfrosch, Mink und Nilgans © IMAGO / agefotostock / blickwinkel / Beautiful-Sports

Vom riesigen, bis zu einem Kilo schweren Amerikanischen Ochsenfrosch über Asiatische Buschmücken und Süßwasserquallen bis hin zu Nilgänsen aus Afrika und dem Mink, dem Amerikanischen Nerz, gibt es insgesamt bei uns in Deutschland mindestens 1100 gebietsfremde Tierarten.

Neozoen, Neophyten und Neobiota: Eine Begriffsklärung

Neben den Neozoen — also eingeschleppten Tieren, zu denen übrigens auch Würmer und Parasiten gehören — gibt es die Neophyten, die eingeschleppten Pflanzen.
Dazu gehört zum Beispiel der Riesenbärenklau aus dem Kaukasus, der durch Hobbygärtner verbreitet wurde, giftig ist und zu Verbrennungen und Atemnot führen kann. Extrem viel Mühe macht die Beseitigung der ebenfalls gefährlichen Ambrosia. Oder das Indische Springkraut aus dem Himalaya, das als Zierpflanze eingeführt wurde und nun heimische Arten an unseren Bächen verdrängt.
Der Oberbegriff für Neozoen und Neophyten zusammen ist Neobiota.

Der Beitrag Neozoen in Deutschland – 10 Arten, die sich bei uns (zu) wohl fühlen erschien zuerst auf WWF Blog.