Ein neuer Amnesty-Bericht dokumentiert, wie sich Medien in Venezuela an der Unterdrückung von Regierungskritiker_innen beteiligen.
Watt? – Wie viel Wärme sparst du?
Ich kenne Menschen, die es gar nicht warm genug haben können. In fast jedem Zimmer ist die Heizung auf die höchste Stufe gestellt. Es herrschen tropische Temperaturen, die ich eigentlich nur barfuß im T‑Shirt ertrage. Halbstündlich werden die Fenster aufgerissen, weil die Hitze unerträglich ist. So wird Geld aus dem Fenster geschmissen.
Es droht ein teurer Winter 2021/22. Die Preise für fossile Energie steigen rasant. Wer sparsamer mit Wärme umgeht, erlebt keine unschöne Bescherung mit der nächsten Heizrechnung. Und schont das Klima.
Noch viel (warme) Luft nach oben
Der Endenergieverbrauch aller Haushalte in Deutschland lag 2018 nach Daten des Umweltbundesamts bei 644 Terawattstunden. Das entspricht einem Viertel des gesamten Energieverbrauchs von Deutschland. Davon entfallen über 80 Prozent allein auf Raumwärme und Warmwasser.
Das politische Ziel ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand. Um dies zu erreichen müssen sowohl der Energieverbrauch als auch der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde der genutzten Heizenergie rapide sinken. Das bedeutet:
Ineffiziente Heizungen durch klimafreundliche austauschen
Die Bundesregierung will, dass bis 2030 die Hälfte der Wärme klimaneutral erzeugt wird. Somit lohnen sich Erneuerbare Energien aus Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen immer mehr, zumal der Staat den Wechsel finanziell fördert. Hier findet ihr Tipps zum Heizungsaustausch.
Gebäude energetisch sanieren
Wenn wir in Deutschland jedes zweite Wohngebäude energetisch sanieren, können jedes Jahr knapp 60 Millionen Tonnen CO2 gespart werden. Und 14 Milliarden Euro Heizkosten!
Wärme sparen mit dem richtigen Verhalten
Unabhängig von Heizungstausch und Gebäudesanierung können wir sofort anfangen wertvolle Energie sparsamer einsetzen.

90 Prozent aller Haushalte zahlen zu viel fürs Heizen…
…und könnten durchschnittlich fast 500 Euro pro Jahr sparen. Das ist das Ergebnis des Heizspiegel 2021. Mit dem Heizspiegel findet ihr schnell heraus, ob in eurem Haus mehr oder weniger Heizenergie verbraucht als in ähnlich großen Gebäuden. Falls ihr in einem Mehrfamilienhaus wohnt, verrät euch eure Heizrechnung auch, ob ihr sparsamer heizt und weniger fürs Heizen bezahlt als eure Nachbarn.
So heizt ihr sparsamer
Die richtige Raumtemperatur
- Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Als Faustregel gilt: Wer die Temperatur im Winter nur um ein Grad senkt, spart rund sechs Prozent an Heizenergie.
- Das Umweltbundesamt empfiehlt: Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad betragen. In der Küche 18 Grad, im Schlafzimmer 17.
- Nachts oder bei mehrstündiger Abwesenheit tagsüber kann die Raumtemperatur auf 18 °C sinken.
- Wer ein paar Tagen nicht zuhause ist sollte die Temperatur auf 15 Grad senken. Bei längerer Abwesenheit noch etwas niedriger einstellen. Lohnt sich!
- Nachts kann die Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen um 5 °C gesenkt werden. Moderne Heizungsanlagen ermöglichen eine zentral gesteuerte Absenkung der Raumtemperatur.
Heizkörper frei machen!
Heizkörper nicht abdecken oder zustellen. Die erwärmte Luft verteilt sich sonst nicht im Raum. Das heißt: Möbel und Vorhänge gehören nicht vor Heizkörper und Thermostatventile.
Nur im Notfall mit Strom heizen!
Elektrische Heizlüfter und Radiatoren nur im Notfall verwenden. Und auch nur kurzzeitig. Ein Dauerbetrieb ist Energie- und Geldverschwendung.
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Fenster abdichten!
Fenster-Rollläden verringern nachts die Wärmeverluste durch das Fenster um ein Fünftel. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt.
Richtig Lüften!
Mehrmals täglich die Fenster ganz öffnen und fünf Minuten kurz und kräftig durchzulüften. Dieses „Stoßlüften“ ist klimafreundlicher, als sie dauerhaft zu kippen. Und effektiver.
Vor dem Lüften die Thermostatventile der Heizungen schließen, damit der Temperaturfühler nicht auf die einströmende kalte Luft reagiert — und die Heizung während der Lüftung hochfährt!
Beim Kochen und nach dem Baden oder Duschen am besten umgehend lüften, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
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Warmwasser sparen
Durchschnittlich verbraucht jeder in Deutschland etwa 125 Liter Trinkwasser. Etwa ein Drittel (44 Liter) davon wird zur Körperpflege genutzt und größtenteils erwärmt. Wer warmes Wasser effizient nutzt, spart Energie und verbessert seine CO2-Bilanz. Zum Beispiel durch: Sparduschkopf und Wassersparperlatoren verwenden. So wird Luft in den Wasserstrahl gemischt und Wasser gespart. Bei gleichem Komfort.
Hände mit kaltem Wasser waschen
Um Keime durch die bloße Temperatur unschädlich zu machen, müsste man seine Hände mit kochendem Wasser waschen. Seife dagegen entfaltet auch mit kaltem Wasser ihre Reinigungskraft und entfernt bei gründlicher Anwendung fast alle Erreger.
Fazit
In Deutschland wird zu viel Energie verheizt. Es gibt noch hohe ungenutzte Einsparpotenziale an Gebäuden, den Heizsystemen und beim individuellen Heizverhalten. Wärme ist eine kostbare Ressource und der sparsame Umgang damit spart Geld und schont das Klima. Bereits der richtige Dreh am Temperaturregler und am Fenstergriff kann viel bewirken.
Auch bei Dir.
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Olympia in China: IOC muss Menschenrechte während der Spiele einfordern
Das Taxonomie-Fiasko
Die Europäische Kommission hat heute fossiles Gas und Atomkraft im Rahmen der EU-Taxonomie als nachhaltig eingestuft. Das ist aus mehreren Gründen fatal. Mitgliedsstaaten und EU-Parlament müssen jetzt handeln.
Diese Einstufung führt zu einem Standard, der deutlich hinter schon bestehenden Standards für grüne Investitionen zurückbleibt. Der Vorschlag ignoriert, dass Gas enorme Emissionen verursacht und Atomkraft eine Risikotechnologie ist, für deren hochradioaktiven Abfall es keine Entsorgung gibt.

Jetzt drohen Milliarden Euro in diese schädlichen Technologien zu fließen. Erst Ende Januar hatte die wissenschaftliche Expertengruppe der Europäischen Kommission den Entwurf der Kommission kritisiert. Er stehe „nicht im Einklang mit der Taxonomie-Verordnung“ und berge die „ernste Gefahr, den nachhaltigen Taxonomie-Rahmen zu untergraben“.
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Mit dem Kommissionsvorschlag sollen die Details der EU-Taxonomie-Verordnung präzisiert werden, deren Artikel 19 vorschreibt, dass die Kriterien auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, keine Sonderbehandlung für bestimmte Technologien vorsehen und leicht überprüfbar sein müssen. Die neuen Kriterien für Gas und Atom verstoßen jedoch gegen jede dieser Anforderungen.
Wir fordern: Die Bundesregierung im Rat und das Europäische Parlament müssen diese Entscheidung der EU-Kommission ablehnen.
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Der heutige Rechtsakt spaltet den Finanzmarkt und bremst die notwendige Transformation – entgegen dem Ziel der Taxonomie, die Ansätze der Märkte zu vereinheitlichen. Einer grüngewaschenen Taxonomie mit Atomkraft und Erdgas wird der Finanzmarkt nicht vertrauen. Klare, einheitliche und wissenschaftlich fundierte Kriterien sollten eigentlich mehr Kapital für den nachhaltigen Umbau mobilisieren.
Fatales Signal für grüne Finanzen
Den glaubwürdigen Kompass für den Finanzmarkt hat die EU-Kommission über Bord geworfen. Mit dieser Taxonomie verspielt die EU ihre Führungsrolle im Bereich der grünen Finanzen — und sendet weltweit ein völlig fatales Signal.
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Über Mode kann man nicht streiten – aber über Tiger
Alle zwölf Jahre ist nach dem chinesischen Horoskop Jahr des Tigers. 2022 ist es wieder so weit. Der diesjährige Tiger wird speziell als Wassertiger bezeichnet, der ein starkes Selbstwertgefühl und eine hohe Lernbereitschaft hervorrufen können soll. Wäre ja schön, wenn wir gerade beim Thema Tiger etwas lernen könnten.
Alles rund um den Tiger wird 2022 viel Aufmerksamkeit bekommen, weltweit, nicht nur in China. Es wird um Artenschutz gehen – und noch mehr ums Geschäft. Viele Modemarken starten beispielsweise spezielle Kollektionen im Zeichen des Tigers, auch die besonders edlen. Gucci, Prada, Envisu, Balenciaga, alle sind sie plötzlich dabei, wenn es um „Tiger“ geht.
Tigersocken gefällig?
Wer es sich leisten kann und will, wird allerlei gestreiftes finden: Tigersocken, Plüschsandalen, Sneakers, Kappen, Pullis, Jacken oder Taschen. Der Tiger steht wieder und einmal mehr für Prestige und Luxus, mit dem Tiger wird mal wieder viel Geld verdient.
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Es ist ja wahrlich nichts neues, sich auf der Suche nach Prestige mit dem Tiger zu schmücken. Tiger haben den Menschen schon immer fasziniert. Sie stehen für Kraft, Mut und Stolz, sind schön, majestätisch, und ein bisschen mysteriös. Sie haben keine Fressfeinde, vielleicht haben sich deshalb Mächtige und Machos schon immer gerne mit Tigern gleichgesetzt. Es gibt heute noch Kampfflugzeuge, Sportmannschaften, Boxer und Fußballer, die Tiger heißen oder so genannt werden wollen. Sie alle wollen sich gerne der Symbolik des Tigers bedienen – vielleicht ja doch auch ein wenig von dem Aberglauben getragen, ein paar Charakteristika des Tigers könnten auf sich überspringen oder in ihnen geweckt werden. Auf modern heißt das dann wohl „Imagetransfer“.
Das Drama des Tigers
Die anscheinend so hochgeschätzten Tiger haben aber davon nichts, im Gegenteil. Es ist das Drama des Tigers, dass wir Menschen so viel auf ihn projizieren. Etwas 100.000 Tiger beherrschten noch vor 120 Jahren die Wälder Asiens, heute sind es weniger nur noch wenige tausend. Ohne die aufwändigen Schutzmaßnahmen wären es noch viel, viel weniger oder vielleicht sogar schon gar keine mehr. Schließlich gibt es genügend Länder, in denen freilebende Tiger schon heute nicht mehr vorkommen. Wie beispielsweise China.
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Tiger wurden erbarmungslos gejagt, auch als eine Art Gesellschaftssport. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Trophäenjagd die Hauptbedrohung für Tiger, zehntausende wurden alleine in Indien abgeschossen. Unzählige Tigerfelle, Köpfe und Krallen „schmückten“ die Häuser von denen, die es sich leisten konnten. Ein Tigerfell an der Wand war auch noch im 20. Jahrhundert chic.
Heute ist vor allem auch der Verlust ihrer Lebensräume eine der größten Bedrohungen. In den letzten 150 Jahren schrumpfte der Lebensraum um 95 Prozent. Die Jagd auf Tiger ist zum Glück schon lange verboten, der Handel mit Tigerteilen auch.
Was nicht verschwunden ist: der Markt
Tiger werden gewildert und illegal gehandelt – die final destination ist in den meisten Fällen China. Für Tigerteile werden auf dem Schwarzmarkt astronomische Preise bezahlt. Den Knochen werden Heilkräfte gegen Gelenksentzündungen zugesprochen. Amulette aus Zähnen, Krallen oder anderen Tigerteilen sind beliebte Talismänner. Tigerwein soll gegen Rheuma und allgemeine Immunschwäche helfen. Vor allem aber ist er ein Zeichen von Prestige.

Tiger in Gefangenschaft
In ominösen Tigerparks in Thailand, Laos, Vietnam oder China werden nach wie tausende Tiger gehalten. Vordergründig geht es um vermeintlich harmlose Vergnügungen wie ein Selfie mit Tiger oder Tigerbabys füttern und auf dem Arm halten. Hinter den Kulissen beliefern diese sogenannten Parks oder Zoos nicht selten den Schwarzmarkt mit ihren „überschüssigen Tieren.“ Vor allem die älteren Tiere, die nicht mehr als süßes Kuscheltier dienen und deren Unterhalt teuer ist, für die Betreiber. So kann also mit den gefangenen Tieren doppelt verdient werden – legal und illegal. Wir fordern schon lange ein Verbot dieser ominösen Tigereinrichtungen, die den Tiger nicht retten, sondern seine Ausbeutung nur weiter befeuern. Wäre das nicht schön, wenn das im Jahr des Tigers endlich passieren würde?
Schätzungsweise werden mehr als 20.000 Tiger in Gefangenschaft gehalten: einige in wissenschaftlich arbeitenden Zoos, viele allerdings in Zirkussen, zweifelhaften Tigerparks, oder sogar in Privatbesitz. Wir alle erinnern uns an die Serie Tiger King. Alleine in Texas leben mehr Tiger in Gefangenschaft als es heute in freier Wildbahn gibt.
Tiger als Luxussymbol
Umso bitterer, dass in der Werbung für die Gucci-Kampagne zum Jahr des Tigers die Models mit einem Tiger poussieren, dass im Clip ein Tiger durch die edle Villa streift, wie ein Luxus Asset. Das ist daneben, das ist im Jahr des Tigers 2022 bestenfalls gestrig. Und auf jeden Fall peinlich. Nein, der Tiger ist kein Haustier für die, die sich eh alles leisten können.
Das Jahr des Wassertigers steht wie gesagt auch für das Lernen. Ich kann nur hoffen, dass wir alle endlich lernen, dass der Tiger eben mehr als ein Symbol für Prestige ist. Dass er auf keinen Fall in eine Villa gehört, sondern in die Natur. Dass es darum geht sein Aussterben zu verhindern. Dass sein Überleben auch den Schutz enorm wichtiger Lebensräum bedeutet. Das unser Respekt dieser bedrohten Art gegenüber auch Respekt gegenüber der Natur für uns alle bedeutet.
Hilf uns dem Tiger zu helfen!
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