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Zwischen Anpassung und Untergang: Eisbären in der Klimakrise
Der Lebensraum der Eisbären schmilzt, das ist so weit klar – und traurig. Doch was hat das für Folgen?
Das erste Mal, dass ich einen Eisbären sah, war in der kanadischen Arktis. Tatsächlich haben uns wir innerhalb von 24 Stunden sechs Bären besucht, als das sommerliche Meereis aufbrach und die Bären begannen, an Land zu gehen. Ich war sehr glücklich, dass drei Inuit-Forscher mit uns im Camp waren. Sie kannten das Verhalten der Bären genau und vertrauten auf Ihre Erfahrung, sie abschrecken zu können. Dank ihres Fachwissens konnte ich die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, respektvoll und ohne Angst.
Was passiert mit den Bären?
Angesichts der sich beschleunigenden Klimakrise frage ich mich oft, inwieweit meine Erfahrung mit den Eisbären bald nur noch eine schöne Erinnerung sein wird. Die Klimakrise macht es immer schwieriger vorherzusagen, wie es den Bären ergehen wird, wenn ihr Lebensraum schrumpft. Es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Klimakrise negative Auswirkungen auf die Eisbären haben wird. In einigen Teilpopulationen sind die Auswirkungen sogar schon seit mehr als einem Jahrzehnt zu beobachten. Man geht davon aus, dass bei der derzeitigen Entwicklung des Weltklimas ein Drittel der Eisbären in den nächsten 30 Jahren verschwinden wird. Doch wie wird der Weg dorthin für die Eisbären aussehen? Auf welche neuen Herausforderungen können wir uns einstellen?
Wie sich Eisbären anpassen
In zwei ostkanadischen Teilpopulationen, wo das einjährige Meereis das mehrjährige Eis ersetzt, geht es den Eisbären sogar besser als noch vor zwei Jahrzehnten. Das ist zum Teil auf das reichhaltigere Angebot an Beutetieren zurückzuführen. Rund um Svalbard sind die Populationsgrößen stabil — trotz des Verlustes von Meereis und der daraus resultierenden Trennung der Sommerlebensräume von den angestammten Höhlen, in denen die Eisbären gebären. Im Gegenzug ist die Population in der westlichen Hudson Bay in keinem guten Zustand. Das lässt vermuten, dass sie entweder weniger Robben fressen — oder mehr Energie verbrauchen.
Koexistenz wird schwieriger
Also passen sich die Eisbären an den Verlust von Meereis an? Es scheint, dass sie es versuchen. Wie erfolgreich ihre Bemühungen auf lange Sicht sein werden, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit schaffen einige ihrer Anpassungsstrategien neue Herausforderungen. Da die Bären immer mehr Zeit an den Küsten und auf den Inseln verbringen, wo sich Walrosse und Vogelkolonien aufhalten, kommen sie in engeren Kontakt mit den Menschen. Eine Koexistenz von Mensch und Bär ohne gefährliche Folgen wird schwerer.

Auf der Suche nach neuer Beute dezimieren Eisbären einige Brutkolonien von Seevögeln, mit noch unbekannten ökologischen Folgen. In dem Maße, wie der Appetit auf die industrielle Erschließung der Arktis zunimmt, wird es auch zu Überschneidungen zwischen Mineralienvorkommen und Lebensräumen kommen, so dass Eisbären an Land wandern, um ihre Jungen zu bekommen.
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Das Meereisminimum im September 2021 war das zweitniedrigste in der Geschichte. Die Gletscher schrumpfen weiter im Rekordtempo. Die Temperaturen in der Arktis steigen weiter an. Es gibt also berechtigte Gründe, sich Sorgen um das langfristige Überleben der Eisbären zu machen. Aber nur Sorge reicht nicht. Wir müssen globale Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen ergreifen.
Das Verschwinden der Eisbären — und sei es nur in manchen Teilen der Arktis — wäre für uns alle ein Schlag. Für die indigenen Völker der Arktis wäre es ein existenzieller Verlust. Wir müssen alle zusammenarbeiten, damit die Eisbären ihren Platz im arktischen Ökosystem behalten können.
Und das heißt vor allem mal: die Klimakrise stoppen.
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Der entwaldungsfreie Einkaufszettel
Deutschland isst und der Amazonas verschwindet. Klingt komisch, ist aber so. Aber es geht auch anders. Mit gutem Gewissen schmeckt es deutlich besser. Und das Einkaufen dafür macht auch viel mehr Spaß. Hier ein paar Tipps, wie ihr den Regenwald aus eurem Einkaufswagen fernhaltet.
Geht es auch ohne Fleisch?
Fleisch ist einer der schlimmsten Faktoren des Klimakrise. Das sollte inzwischen wirklich jeder mitbekommen haben. Aber: Unser Fleischkonsum ist auch dafür verantwortlich, dass seit 2001 weltweit acht Millionen Hektar Wald für den Sojaanbau verschwunden sind. Denn dieses Soja landet – richtig geraten – in den Futtertrögen von Rinder, Schweinen und Geflügel. Deswegen öfter mal vegetarisch kochen — schmeckt mindestens genauso gut, siehe die Rezepte hier. Und wenn es denn Fleischersatzprodukte sein sollen: Die gibt es immer häufiger, immer leckerer. Schon mal Jackfruit probiert? Irre, kann wie das beste Rindergulasch schmecken. Und Kindern schmeckt übrigens die Mortadella aus Erbsenprotein sehr gut. Zumindest meinen.
Weniger Fertigprodukte
Ganz generell gilt die Faustregel: Je häufiger ein Produkt verarbeitet wurde, desto mehr unappetitliche Sachen kann man darin verstecken. Zum Beispiel unzertifiziertes Palmöl. In der Tiefkühlpizza steck also ziemlich sicher Entwaldung drin, in den Keksen auch. Auch hier ist bio besser. Und am besten: selbst machen.
Deutlich weniger Milchprodukte
Vegetarisch einkaufen ist super. Vegan wäre natürlich noch besser. Denn trotz des sich hartnäckig haltenden Vorurteils, sind es nicht die Veganer, die den Regenwald aufessen. Nur ein Bruchteil des weltweiten Sojas landet in Tofu oder Sojamilch. Zwei Prozent, um genau zu sein.
Und wenn es doch der richtige statt des Soja-Joghurts sein soll, dann:
Natürlich ist bio besser
Ja, natürlich ist das so. Ob bio besser schmeckt oder gesünder ist, das kommt darauf an. Bio steht aber vor allem für einen deutliche nachhaltigere Anbauweise. Oder andere, bessere Regeln für Tierfütterung. Ohne Soja zum Beispiel. Oder nur Soja, das definitiv nur aus Europa stammt. Und damit ohne Regenwald.
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Radikal regional
Es soll ja besonders bewusste Menschen geben, die noch nicht mal Pfeffer benutzen, weil der eben daher kommt, wo der Pfeffer wächst. Also weit weg. Aber es muss eben nicht immer exotisch oder mediterran sein. Klar, Schokolade macht glücklich. Und ohne Kaffee macht für viele das Leben keinen Sinn. Und gleichzeitig wurden an der Elfenbeinküste bereits 80 Prozent des ursprünglichen Regenwalds für Kakaoplantagen zerstört.
Vielleicht stattdessen mal Sanddorn zum Nachtisch? Die Zitrone des Nordens? Mit heimischem Honig?Schon mal Schwarzwurzel probiert oder Rübchen? Und der Feldsalat von nebenan schmeckt bestimmt besser als der Kopfsalat mit hunderten LKW-Kilometern auf dem Buckel.

Plastiktüte? Papiertüte? Keine Tüte!
Mit gutem Gewissen und brav nach unseren Tipps eingekauft? Wunderbar. Wer jetzt seinen Rucksack dabei hat ist auf der sicheren Seite. Die anderen haben ein Problem. Die Öko-Bilanz von Papiertüten ist genauso mies wie bei Plastik. Lest mal das hier!
Und die wiederverwendbaren Tüten muss man wirklich sehr oft wiederverwenden, bis ihre Öko-Bilanz grünt. Meistens liegen sie ja doch in immer größeren Bergen zuhause. Mir hat es geholfen immer eine Plastiktasche unter den Fahrradsattel zu knüllen. Oder in Gottes Namen halt einen Korb ins Auto. Papiertüten sind jedenfalls nicht die Lösung. Ja, für Papiertüten fallen Wälder.
Und klar, der entwaldungsfreie Einkaufszettel selbst darf gerne auf Altpapier verfasst sein. Damit auch für dieses Stückchen Papier kein Baum fallen muss.
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