Worin unterscheiden sich die Bananen im Supermarkt?

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich einen kleinen Einblick in unser Projekt mit EDEKA für eine “bessere konventionelle Banane” gegeben. Nun stellt sich jedoch die Frage: “Bio” oder doch lieber die EDEKA-Projekt-Bananen? Welche Bananen soll ich denn jetzt kaufen?

Ich werde versuchen, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen und die Unterschiede der Bananen, die wir im Supermarkt finden, beleuchten.

Generell können wir grob zwischen “Konventionell” und “Bio” unterscheiden. Da Fairtrade-Bananen immer mehr Beachtung genießen, möchte ich auch auf sie eingehen.

Der Standard: Konventionelle Bananen

Konventionelle Bananen sind gewissermaßen die Standard-Bananen. Sie werden in großen Mengen in Monokulturen angebaut. Bei dieser Produktionsform kommt es vor allem darauf an, möglichst hohe Erträge bei möglichst geringen Kosten zu erzielen. Monokulturen sind besonders anfällig für Schädlinge. Außerdem entziehen sie dem Boden auf lange Sicht wichtige Nährstoffe. Daher muss hier mit chemischen Pflanzenschutzmitteln und synthetischem Dünger nachgeholfen werden. Das hat schwere Folgen für die Umwelt in den Anbauregionen.

Welche ist ist beste Banane: Konventionell, Bio oder unsere EDEKA-Projekt-Banane? © Vera Petrunina / iStock-Getty Images
Welche ist ist beste Banane: Konventionell, Bio oder unsere EDEKA-Projekt-Banane? © Vera Petrunina / iStock-Getty Images

Hinzu kommt ein hoher Wasserverbrauch sowie schwierige Arbeitsbedingungen für Arbeiter:innen. Gesetzliche Normen werden oft nicht eingehalten. Das „Rainforest Alliance-Siegel” zertifiziert die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen nach dem SAN (Sustainable Agriculture Network) Standard. Allerdings zählen Bananen, die das Rainforest Alliance Siegel mit dem grünen Frosch tragen, nach wie vor zu den konventionellen Bananen. 

Die Umweltverträglichen: Bio-Bananen

Das EU-Bio-Siegel gilt als eines der größten und ist wohl auch am meisten verbreitet. Da es eine ganze Reihe verschiedener Bio-Siegel mit verschiedenen Standards und Ansprüchen gibt, werde ich im Folgenden nur auf das EU-Bio-Siegel eingehen.  

Wie bei allen Bio-Siegeln, dürfen für EU-Bio weder chemische Pflanzenschutzmittel, noch mineralische Dünger zum Einsatz kommen. Das macht den Anbau von Bananen sehr viel umweltverträglicher, als die konventionelle Methode. Aber auch im Bio-Anbau wird meist auf Monokultur gesetzt. Somit bleibt der Schädlingsbefall bei EU-Bio-Bananen nicht aus.

Die Bio-Farmen befinden sich daher meist in höheren, trockeneren und kühleren Gebieten als konventionelle Farmen. Durch veränderte klimatische Bedingungen soll der Schädlingsbefall (beispielsweise durch den Schwarzen Sigatoka-Pilzes) verringert werden. Diese Flächen sind allerdings begrenzt. Eine Umstellung aller konventionellen Farmen auf Bio mit günstigeren klimatischen Bedingungen ist daher nicht möglich. Soziale Aspekte oder das Wassermanagement werden bei EU-Bio allerdings nicht berücksichtigt.

Die Sozialverträgliche: Fairtrade-Bananen

Wie der Name schon sagt, liegt hier der Schwerpunkt auf fairem Handel und fairen Arbeitsbedingungen. Dies soll zum Beispiel durch Preisprämien ermöglicht werden. Fairtrade berücksichtigt auch ökologische Aspekte, bleibt hier allerdings deutlich unter den Bio-Standards. 

Die WWF-EDEKA-Projekt-Banane

konventionellen Bananen nachhaltiger produzieren. © Denis Ünver / WWF
EDEKA und WWF: Wir wollen die konventionellen Bananen nachhaltiger produzieren. © Denis Ünver / WWF

Unser Projekt für eine bessere konventionelle Banane zielt auf eine nachhaltigere Produktion ab – in einem ganzheitlichen Ansatz. Das heißt, wir berücksichtigen sowohl ökologische, als auch soziale Aspekte. Dafür haben wir einen Maßnahmenkatalog mit 77 Praktiken zu sechs verschiedenen Themenfeldern entwickelt. Mit diesem integralen Ansatz zeigen wir, dass auch im konventionellen Anbau mehr Nachhaltigkeit möglich ist (und vor allem nötig!).

WWF und EDEKA: nachhaltigere, konventionelle Bananen

Das ist sehr wichtig, denn nach wie vor stammen in deutschen Supermärkten 85 Prozent aller verkauften Bananen aus konventioneller Produktion. Genau hier besteht also die Chance, viel zu bewirken. Daher haben sich der WWF und EDEKA ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die konventionelle Bananenproduktion zu transformieren. 

Mehr über das WWF-EDEKA-Bananen-Projekt

 

 

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Geisternetze: Mit Sonar geht die Suche weiter

Der Wind hat endlich nachgelassen. Und auch die Temperaturen sind auf Rügen gestiegen. Gute Bedingungen für eine Ausfahrt mit unserem hochauflösenden Sonar. Es geht weiter mit der systematischen Detektion von verloren gegangenem Fischereigerät – der Suche nach Geisternetzen.

Geisternetzen auf der Spur — das tut der WWF

 

Zu dieser Jahreszeit kommen auch die Heringe aus dem Kattegat zum Laichen in die Flachen Gewässer rund um die Insel. Und wo der Hering in großen Zahlen ist, sind die Kegelrobben auch nicht weit. Daher schnell die guten Bedingungen ausnutzen: Früh morgens fahre ich mit einer Kollegin vom Deutschen Meeresmuseum auf den Greifswalder Bodden. Doch der Wasserpegel ist noch zu hoch. Die erhoffte große Ansammlung von Robben, auf einem Steinriff liegend, treffen wir nicht an. Nur einzelne Köpfe schauen aus dem Wasser.

Frühling: Heringszeit ist Kegelrobbenzeit

Geisternetze können auch den Kegelrobben gefährlich werden. © Florian Hoffmann / WWF Deutschland
Geisternetze können auch den Kegelrobben gefährlich werden. © Florian Hoffmann / WWF Deutschland

In der Ostsee sind Robben von der Gefahr durch verlorenes Fischereigerät betroffen. Tauchen sie den Beutefischen hinterher und verfangen sich im Netz oder in einer Reuse, können sie nicht mehr zum Atmen auftauchen und verenden. Handelt es sich um ein Geisternetz, dient dieses Netz nicht mal mehr dem Menschen zum Fischfang. Das ist nur einer der vielen Gründe, verlorene Fischernetze vom Grund der Ostsee zu entfernen. Dazu muss man sie aber erstmal finden.

Es geht zügig weiter nach Saßnitz, wo schon unser Bootsführer wartet, um mit seinem speziell für die Sonarsuche ausgestattetem Aluminiumboot auf die Ostsee vor der Kreideküste zu fahren. Der Wind bleibt aus, so dass die Bedingungen optimal sind. Das besondere an unserer Sonartechnik ist, dass wir die Sonde immer in der gleichen Wassertiefe über dem Grund führen. So bleibt die hohe Auflösung der Bilder vom Meeresgrund auch in größeren Tiefen gewährleistet. Dies ist wichtig, um die filigranen Strukturen von Stell- und Schleppnetzen zu erkennen. Sie können die gleichmäßigen Muster der Sandrippel unterbrechen, zwischen Steinen oder auf dem weichen Schlick liegen.

Mit unserer Sonar-Sonde gehen wir auf die Suche nach Geisternetzen. © Wolfgang Frank / WWF Deutschland
Mit unserer Sonar-Sonde gehen wir auf die Suche nach Geisternetzen. © Wolfgang Frank / WWF Deutschland

Das Sonargerät sendet – wie beispielsweise Zahnwale auch – Schallwellen aus, die auf den Meeresgrund treffen. Dessen unterschiedliche Beschaffenheit reflektiert die Schallwellen unterschiedlich stark. Die Meeressäuger gehen so auf Jagd und orientieren sich. Wir nutzen die reflektierten Schallwellen zur Erstellung des Bildes genutzt.

Je härter das Objekt, desto intensiver die Reflektion und heller die Darstellung auf dem Sonarbild. So entstehen beeindruckende Bilder des Meeresgrundes, in denen wir die Strukturen von alten Netzen erkennen können. Aber ob es das Tau eines Netzes ist oder doch vielleicht doch ein altes Kabel, stellen danach Taucher fest, wenn sie unter Wasser die Verdachtspositionen abklären.

Mit GPS und Sonar auf der Suche nach Geisternetzen

Damit die Taucher die Verdachtsposition gut finden, ist es wichtig, dass bei der Aufzeichnung des Meeresgrundes auch ein GPS-Gerät die Position der Sonarsonde möglichst genau bestimmt.

Sonarbild vom Meeresgrund mit auffälligen Strukturen, die auf ein altes Netz hinweisen könnten © Florian Hoffmann / WWF
Sonarbild vom Meeresgrund mit auffälligen Strukturen, die auf ein altes Netz hinweisen könnten © Florian Hoffmann / WWF

An diesem Tag hat alles super geklappt. Es gab keine technischen Probleme und das Wetter hat mitgespielt. Die aufgezeichneten Sonardaten waren auf den ersten Blick vielversprechend. Die Daten müssen jetzt an Land in Ruhe und mit geschultem Blick ausgewertet werden, um dann eine Liste mit Positionen zu erstellen, die dann mit Tauchern abgeklärt werden. Erst dann kommt der nächste Schritt, die Bergung der alten und teils noch fängigen Kunststoffnetze.

Geisternetze per App finden und bergen

GPS Positionen von Stellen, die auf Geisternetze hindeuten, in die WWF Geistertaucher-App eingepflegt (erhältlich im Android und Apple App-Store oder unter geistertaucher.de). Sporttaucher haben über diese App die Möglichkeit, die Positionen zu checken und ein Foto des Fundes am Meeresgrund hochzuladen. So erhalten wir ein Bild, was sich unter den verdächtigen Sonarpositionen wirklich verbirgt. Die Unterstützung der Sporttaucher gibt uns Sicherheit, dass nicht umsonst mit teurer Ausstattung eine vermeintliche Bergungsstelle angefahren wird. 

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