Klimastreik 2020: Und Du?

Ich weiß, was ich zu tun habe. Am Freitag ist wieder globaler Klimastreik. Und ich gehe auf jeden Fall hin. Weil ich erschüttert bin von den Nachrichten, die von überall in der Welt kommen. Die Brände. Die Dürren. Das Leid der Menschen und Tiere. Die eisfreie Arktis. Die heißesten Jahre in Reihe. Ich persönlich finde: Wer die menschgemachte Klimakrise immer noch leugnet oder kleinredet kann keine Augen, Ohren oder keinen Verstand haben, pardon my French. Oder hat eben eine Agenda. Was glaubst Du?

Ich gehe zum Klimastreik, weil ich Angst habe vor der Klimakrise. Weniger Angst um mich, sondern buchstäblich um das Leben meiner Kinder. Wir spüren jetzt schon die Klimakrise. Ich will manchmal gar nicht mehr darüber nachdenken, was meine Kinder alles erwartet, sagen wir mal ab dem Jahr 2040. Wie siehst Du das?

Ich will nicht zu denen gehören, die es wussten und nichts dagegen getan haben. Und Du?

Ich gehe zum Klimastreik, weil ich sauer bin. Wir wissen von der Wissenschaft seit den 1980er Jahren, was kommen wird. Ziemlich exakt vorausgesagt übrigens. Und immer noch drückt sich die Welt davor das Steuer Richtung Zukunft herumzuwerfen. Das 1,5 Grad Ziel Erderhitzungslimit? In weiter Ferne.  Aber noch immer möglich. Wenn wir jetzt mutig handeln. Oder wie siehst Du das?

Klimastreik: Demo vor dem Kanzleramt
Kommst Du zum Klimastreik? © Jörg Farys / WWF

Ich gehe hin, um ein Zeichen zu setzen. Im nächsten Jahr sind Bundestagswahlen. Eine kraftvolle Riesendemo kann der Politik aber auch vorher nochmal einen Push in die richtige Richtung geben. Demonstrationen und Protest wirken. Wenn, wie im letzten Jahr, Hunderttausende in hunderten Städten auf die Straßen gehen, 100.000 Menschen durch Berlin ziehen, Millionen weltweit. Die erstarkte Klimabewegung hat bereits einiges erzwungen. Der absolute Stillstand in der Klimapolitik ist beendet. Das Klimaschutzgesetz ist nach zehn Jahren verabschiedet und das Zukunftspaket hat durchaus gute Klimaanteilen. Aber es reicht nicht. Die Klimakrise wartet nicht.​​ Glaubst Du, wir haben noch viel Zeit?

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Ich gehe hin, weil es mir (und der Wissenschaft) viel zu langsam geht. Der Kohleausstieg kommt deutlich zu spät, die Verkehrswende ist noch gar nicht gestartet, beim Thema Gebäude? Nix, Fehlanzeige. ​Der Ausbau der Erneuerbaren bleibt weiter auf sehr niedrigem Niveau, die vorliegende EEG-Novelle reicht nicht​. Die EU-Klimazielerhöhung von ‑55 Prozent ist angekündigt, unter Einbeziehung von Senken. Nötig wären 65 Prozent weniger Emissionen. Ohne Senken. Merkst Du es auch?

Uns läuft die Zeit davon, wenn wir den Kampf gegen die Erderhitzung noch gewinnen wollen. Was denkst Du, wann wir entschlossen handeln sollten?

Fridays For Future ruft für den 25. September zum globalen Klimastreik auf. #KeinGradWeiter Alleine in​ Deutschland sind Klimastreik-Aktionen in mehr als 400 Städten geplant. ​Bestimmt auch in deiner Nähe. Informier Dich hier! Wir als WWF unterstützen – gemeinsam mit vielen anderen Umweltverbänden – natürlich den Klimastreik. Und Du?

Ich finde es gut, dass Du mitmachst.

Der Beitrag Klimastreik 2020: Und Du? erschien zuerst auf WWF Blog.

Warum stranden Wale?

Walstrandungen sind ein trauriges Phänomen. Es scheint, dass weltweit immer mehr tote Wale an den Küsten angespült werden und dort verenden. Laufen Wale im flachen Wasser einmal auf Grund, schaffen sie es aus eigener Kraft oft nicht mehr zurück ins Meer. Irgendwann werden sie dann von ihrem eigenen Gewicht erdrückt. 

470 Wale vor Tasmanien gestrandet

In den letzten Tagen kam es zu einer Massenstrandung von Grindwalen entlang der Westküste Tasmaniens im Macquarie Harbour. Am Montag wurden in Macquarie Heads etwa 270 Wale entdeckt. Heute Morgen wurden weitere 200 Wale zehn Kilometer südlich gestrandet aufgefunden. Mit jetzt 470 Tieren ist dies Tasmaniens größte Strandung überhaupt. 

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Besonders tragisch: Die tasmanische Umweltbehörde (DPIPWE) und der Parks and Wildlife Service koordinieren ein Netzwerk ausgebildeter Freiwilliger zur Rettung. Leider sind einige Tiere, die wieder wegschwimmen konnten, erneut gestrandet. Vermutlich sind sie nur widerwillig bereit, ihre Familien zu verlassen. Daher werden die befreiten Tiere nun mit Booten aus dem Gebiet geleitet. Grindwale haben wie andere Zahnwale und Delfine unglaublich starke soziale Bindungen. Wenn ein Tier krank oder verletzt ist, kann ein einzelnes Tier eine ganze Gruppe von Walen in schwierige Gebiete führen. 

Walstrandung vor Tasmanien: Helfer mit Wal
Einige Wale hatten es schon geschafft — und strandeten dann wieder © Tasmania Police

Die Ursachen solcher Strandungen sind vielseitig und können häufig nicht eindeutig erkannt werden. Fest steht: In diesem Gebiet Tasmaniens kam es schon in der Vergangenheit zu massiven Strandungen von Delfinen, Pottwalen und Grindwalen. 

Natürliche Ursachen von Walstrandungen

Hier in Tasmanien geschieht es oft, wenn die Meeressäuger ihrer Beute ins seichte Wasser folgen. Ähnlich wie in Cape Cod (USA), einem weiteren Hotspot für Walstrandungen.  

Viele Strandungen haben also einen natürlichen Ursprung. Eine weitere Ursache: Sonnenaktivität. Die Sonne beeinflusst das Magnetfeld der Erde, das Wale zur Orientierung nutzen. Und Stürme bringen die empfindlichen Tiere vom Weg ab.

Gestrandete Wale in Tasmanien
An manchen Orten ‑wie Tasmanien- passiert es häufiger © picture alliance / Brodie Weeding / Cover Images

Der Mensch als Ursache von Walstrandungen

Doch es gibt inzwischen eine größere Bedrohung: Wir Menschen! Fakt ist: Der Mensch ist zu einem großen Teil für die Walstrandungen verantwortlich. 

Lärm 

Wale haben zunehmend mit Unterwasserlärm zu kämpfen. Schifffahrt, Militär und Offshore-Förderung sorgen für einen Höllenlärm und belasten die Tiere. Ihre Orientierung wird erschwert, ihre Nahrungssuche unterbrochen, die Kommunikation zwischen den Tieren eingeschränkt und oftmals haben sie bleibende Schäden durch den Lärm. Die Lärmbelastung nimmt weltweit zu und sorgt für vielerorts zunehmende Walstrandungen. 

Plastik 

Immer mehr der angespülten Wale weisen Plastik in ihren Mägen und Körpern auf. Zum Beispiel wurde im März 2019 ein Wal mit 40 Kilogramm Plastik im Magen gefunden. Oder dieser schwangere Wal, der mit 22 Kilogramm Plastik angespült wurde. Die Liste der Fälle ist lang. Auch verlorene gegangene Netze der Fischerei, so genannte Geisternetze, können vielen Meerestieren zum Verhängnis werden und sind immer wieder die Ursache für verletzte und verendete Tiere, die an unsere Küsten gespült werden. 

Forscher:innen untersuchten 50 an den britischen Küsten angespülte tote Meeressäuger. Jedes einzelne dieser Tiere enthielt Plastik im Magen.  

Wal Plastikmüll : Gestrandeter Wal mit über 1000 Teilen Plastik im Magen
Gestrandeter Wal mit über 1000 Teilen Plastik im Magen © WWF-Indonesia/Kartika Sumolang

Klimaveränderungen 

Nicht nur an Land sorgt die Klimakatastrophe mit Dürren und Unwetter für Chaos. Denn die Klimakrise beeinflusst auch Windsysteme und Meeresströmungen. Zum Beispiel gingen in Tasmanien vermehrten Strandungen starke Stürme voraus. Durch die Unwetter wurden kalte Ströme, wo Wale ihre Beutetiere finden, in Küstennähe geleitet. 

Die Erderhitzung verkleinert zudem den Lebensraum der Wale und reduziert oder verlagert ihr Nahrungsangebot, sodass sie andere und weiter entfernte Fressgebiete erreichen müssen. 

Das könnt ihr für Wale tun

Wir können jetzt von hier für die Wale vor Tasmanien und ihren Rettern nur das Beste hoffen.  Aber wir alle können dazu beitragen, Walen und anderen Meerestieren zu helfen. 

Der Beitrag Warum stranden Wale? erschien zuerst auf WWF Blog.