Elefanten: Dickhäuter mit viel Gefühl

Elefanten beeindrucken durch ihre Intelligenz, Sensibilität und womöglich sogar die Fähigkeit, Trauer zu empfinden. Sie können mit den Füßen hören, haben einen Lieblingsstoßzahn und schützen unser Klima. Ein paar erstaunliche Fakten:  

Elefantengedächtnis

Elefanten sind nicht nur die größten Landsäugetiere, sie haben auch das größte Gehirn und tatsächlich das sprichwörtlich gute Gedächtnis. Das brauchen sie, um bei ihren weiten Wanderungen immer zurück zu wichtigen Wasserstellen und Futterplätzen zu finden. Die hohe Intelligenz der grauen Riesen zeigt sich außerdem daran, dass sie ihr Spiegelbild erkennen und Werkzeuge nutzen.

Der mit den Füßen hört

Ein Elefant trompetet, bellt, röhrt, schreit und schnaubt, um zu kommunizieren. Oder er grollt: So tief, dass wir es kaum hören können. Elefanten produzieren mit den Stimmlippen ihres Kehlkopfes tieffrequente Laute. Die Schallwellen werden kilometerweit über den Boden geleitet. Durch Druckrezeptoren in den Füßen und an der Rüsselspitze können Artgenossen die Infraschall-Botschaften wahrnehmen.

Auch ihre Körpersprache nutzen Elefanten zur Kommunikation: Sie berüsseln sich zur Begrüßung oder stellen die Ohren bei Gefahr seitlich auf, um größer zu wirken. Das Ohrenwedeln dagegen dient den Tieren, die nicht schwitzen können, zur Abkühlung.

Wie kommunizieren Elefanten? Auch durch ihre Körpersprache.
Berüsseln © johan63 / iStock / Getty Images

Sozial und gefühlvoll

Elefanten sind hoch soziale Wesen, kümmern sich umeinander, trösten sich und besitzen die Fähigkeit zur Empathie. Verletzte Herdenmitglieder werden mit Futter versorgt, Elefantenwaisen durch Verwandte gesäugt und adoptiert. Bei Geburten unterstützen „Hebammen“ die Mutter: Andere Kühe schützen sie, entfernen die Eihäute und helfen dem Jungtier auf die Beine.

Wie Elefanten trauern

Eine der erstaunlichsten Verhaltensweisen von Elefanten ist ihr Umgang mit toten Artgenossen. Sie bleiben längere Zeit bei ihnen, halten Totenwache, berühren die sterblichen Überreste und begraben sie.

Der Elefant hat seinen Lieblingsstoßzahn

Stoßzähne wachsen ein Leben lang und dienen nicht nur zur Verteidigung, sondern als Werkzeug zum Graben, Entfernen von Baumrinden oder Bahnen von Wegen. Dabei gibt es Rechtszähnler und Linkszähnler! Ein Stoßzahn wird bevorzugt und ist entsprechend stärker abgenutzt.

Keine Stoßzähne mehr: Elefanten schützen sich vor Wilderern

Heute werden vermehrt Elefanten mit kleinen oder ohne Stoßzähne geboren. Womöglich ein trauriger Schritt der Evolution. Denn die Stoßzähne aus Elfenbein sind begehrte Objekte der Wilderei. Ohne sie steigen die Überlebenschancen der Wildtiere.

Das macht der WWF zum Schutz der Elefanten

Wie schlafen, fühlen, leben und tauchen Elefanten?
Perfekter Schnorchel © IMAGO / Blickwinkel / AGAMI / H. Germeraad

Rüssel als Schnorchel

Elefanten machen Tauchgänge, indem sie ihren Rüssel als Schnorchel nutzen. Möglich ist das durch ihre kräftigen Lungen. Wir Menschen könnten durch einen entsprechend langen Schnorchel nicht atmen.

Sie fressen fast den ganzen Tag…

Pro Tag frisst ein Afrikanischer Savannenelefant bis zu 100 Kilogramm Blätter, Gräser, Wurzeln, Rinde, Stängel, Früchte und Samen und verbringt damit mehr als 17 Stunden.

Dazu trinken die Dickhäuter wenn möglich einmal täglich und nehmen dabei über 100 Liter Wasser zu sich. Mehr als eine halbe Badewanne voll.

… und schlafen dafür wenig

Da sie die meiste Zeit mit Fressen und ihren langen Wanderungen beschäftigt sind, schlafen Elefanten nur etwa zwei bis vier Stunden am Tag. Vor allem kurz nach Mitternacht und während der Mittagshitze. Forscher:innen fanden heraus, dass sie unter allen Säugetieren  das kürzeste bekannte Schlafbedürfnis haben. Manchmal machen die sanften Riesen auch zwei Tage durch, zum Beispiel wenn Raubtiere oder Wilderer in der Nähe sind.

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Warum sind Elefanten wichtig?
Wichtig für das Ökosystem © Blackregis / iStock / Getty Images

Wichtige Landschaftsgärtner…

Elefanten sind extrem wichtig für unsere Erde. Auf ihren weiten Wanderungen verteilen Afrikanische Waldelefanten zum Beispiel die Samen von Bäumen und Büschen großflächig. Sie gelten als die effektivsten Samenverbreiter in den Tropen und damit als Schlüsselart in ihrem Lebensraum.

… und Klimaschützer

Durch ihr Fressverhalten und das Trampeln von Pfaden durch die Wälder lichten die Waldelefanten außerdem das Unterholz und dünnen stetig kleinere Baumarten aus. So können große Baumarten besser wachsen – und diese speichern mehr CO2. Die Dickhäuter tragen also auch zum Klimaschutz bei.
Die Samen zweier Baum-Arten gar, die besonders viel Kohlenstoff speichern, keimen deutlich besser, wenn sie von Waldelefanten gefressen und wieder ausgeschieden wurden!

Wie groß, wie schnell, wie alt und wie schwer werden Elefanten?

Ein paar Zahlen und Rekorde auf einen Blick: In freier Wildbahn können Elefanten bis zu 70 Jahre alt werden und sind mit bis zu vier Metern Schulterhöhe und zehn Tonnen Gewicht die größten heute lebenden Landsäugetiere der Erde. Die Masse muss man erstmal in Bewegung bringen. Elefanten gehen deshalb meist gemächlichen Schrittes, können bei Gefahr aber auch rennen und bis zu 40 km/h schnell werden.

Fast zwei Jahre schwanger

Elefanten haben die längste Tragzeit unter den Säugetieren: Eine Schwangerschaft dauert etwa 22 Monate. Die Elefantenkuh ist also fast zwei Jahre lang trächtig.

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Welche Arten gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Wie groß werden Elefanten?
Afrikanische Savannenelefanten sind am größten © IMAGO / agestockfoto / Jean-Francois Ducasse

Zur Familie der Elefanten gehören zwei Gattungen: Die Asiatischen und die Afrikanischen Elefanten. Letztere unterscheiden sich noch in zwei Arten, die Afrikanischen Savannen- und die Afrikanischen Waldelefanten.

Afrikanische Savannenelefanten sind am größten, gefolgt von den Asiatischen und schließlich den Waldelefanten.
Insgesamt haben Afrikanische Elefanten größere Ohren als die asiatischen Vertreter. Ihr Rüssel hat zwei Greiffinger, nicht nur einen, und ihr Rücken ist nach unten durchgebogen. Man spricht auch von konkav oder einem Sattelrücken. Der Rücken der Asiatischen Elefanten ist rund, also konvex.

Welche Arten von Elefanten gibt es?
Runder Rücken und kleinere Ohren: Asiatische Elefanten © oodze / iStock / Getty-Images

Elefanten-Länder: Wo noch Elefanten leben

Ursprünglich in ganz Afrika verbreitet, leben die Savannenelefanten heute nur noch südlich der Sahara in Ländern wie Botswana, Simbabwe und Tansania in Grasländern, Buschländern, Trockenwäldern, aber auch in Regenwäldern und Wüsten.
Waldelefanten gibt es hauptsächlich noch in den tropischen Regenwäldern des Kongobeckens in Zentralafrika und vereinzelt in Westafrika. Sie sind vom Aussterben bedroht.

Asiatische Elefanten bewohnen in verstreuten Populationen Regenwälder, Laubwälder und Dornbuschland in insgesamt 13 asiatischen Ländern wie Indien, Nepal, Thailand, China, und Vietnam.

Einfallsreicher Schutz

Vor allem die Jagd auf ihr Elfenbein und der Verlust ihrer Lebensräume gefährden die Elefanten bis hin zum drohenden Aussterben. Doch auch Konflikte mit dem Menschen, dessen Felder die grauen Riesen plündern und zerstören, enden für die Tiere oft tödlich. Entsprechend umfassend und oft einfallsreich müssen Schutzmaßnahmen aussehen:

Auf Pfaden, die sie seit Jahrhunderten bewanderten, verbreiteten ganze Herden von Elefanten im süostasiatischen Myanmar regelmäßig Schrecken in Siedlungen, die hier vorher nicht gestanden hatten. Die Lösung sind künstliche Salzlecken im Wald, die die Elefanten umleiten. Auf der anderen Seite des Indischen Ozeans, in Sambia in Afrika verhindern nachhaltige, effektivere Anbaumethoden, dass sich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern immer neue Felder in den Lebensräumen der Wildtiere erschließen müssen.

Waldelefanten retten

Auch gut ausgebildete und ausgerüstete Ranger und die konsequente Strafverfolgung von Wilderern sind nötig, um die bedrohten Waldelefanten zu schützen.

Verheerend: Ihr Elfenbein lässt sich besonders leicht verarbeiten.

Helft uns, die Art vor dem Aussterben zu bewahren.

Wie kann man die Elefanten schützen?
Vom Aussterben bedroht © USO / iStock / Getty Images

Der Beitrag Elefanten: Dickhäuter mit viel Gefühl erschien zuerst auf WWF Blog.

Madagaskar: im Auge der Klimakatastrophe

Das für seine Biodiversität bekannte Madagaskar leidet wie kaum eine andere Weltgegend unter den Folgen der Klimakrise: Hunger, Dürre, Flüchtlinge, Stürme. Es ist allerhöchste Zeit zu handeln, schreibt Nanie Ratsifandrihamanana, Geschäftsführerin des WWF-Madagaskar.

Der rote Staub bedeckt alles, was das Auge sehen kann. Ausgedörrtes Land, kilometerweit, ab und an stachelige Dickichte. Hier war einst kostbarer Mutterboden, der die Maisfelder im Süden Madagaskars ernährte.

Verheerende Sandstürme und die in den letzten drei Jahren drastisch zurückgegangenen Niederschläge haben jede Hoffnung auf eine Ernte zunichte gemacht. Zunehmende Trockenheit und Hitze lassen den Boden erodieren und erschweren den Anbau von Feldfrüchten. Die Klimakrise ist für die Menschen Realität.

Wohin man auch blickt, sieht man den drohenden Hunger: in den Feldern, die sich in Ödland verwandelt haben. In den erstickten Rindern und Kakteen. Und auf herzzerreißende Weise in den ängstlichen Augen der Eltern, die ihre Familien ernähren müssen. Die Menschen haben nichts mehr zu essen, Unterernährung ist sprunghaft angestiegen. Um zu überleben essen die Menschen Heuschrecken, Kaktusblätter und eine Mischung aus Lehm und Tamarindensaft.

Selbst die Lemuren hungern

Mit der Verschärfung der humanitären Krise nehmen auch die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt zu. Wellen von Klimaflüchtlingen fliehen aus dem von der Dürre heimgesuchten Süden und haben kaum eine andere Wahl, als die Wälder in den Schutzgebieten weiter nördlich abzuholzen. Oder sie lassen sich an der Westküste nieder und leben dort vom illegalen Fischfang. Die Natur erweist sich mehr denn je als einziges Sicherheitsnetz für diese Menschen in einer Zeit der Krise.

Madagaskar Ringelschwanzlemuren Katta Catta
Auch die berühmten Lemuren Madagaskars leiden © IMAGO / Nature Picture Library / Bernard Castelein

Auch die Tiere leiden. Selbst bei den berühmten Katta Ringelschwanzlemuren (Lemur catta) in der Region Atsimo-Andrefana haben wir Nährstoffmangel festgestellt.

Vierte Hungersnot in zwei Jahrzehnten

Wir sind in Madagaskar im Auge des Sturms der Klimakrise. Vor 30 Jahren waren Dürren selten. Heute sind sie Teil unseres Lebens geworden. Innerhalb von 21 Jahren ist dies mindestens die vierte Hungersnot und Dürre, mit der unser Land konfrontiert ist.

Steigende Lufttemperaturen verbunden mit dem Anstieg und der Erwärmung der Meere bedrohen unsere Insel, unsere Menschen und unsere einzigartige Artenvielfalt. In der ohnehin schon halbtrockenen südlichen Region der Insel wird bis zum Ende des Jahrhunderts ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 2,5 °C bis 3,5  Grad Celsius vorhergesagt, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch zurückgehen.

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Doch nicht nur Dürre und Hitze, auch das Wasser hat seine eigenen Gefahren für uns. Steigende Meerestemperaturen haben zu heftigen Wirbelstürmen und damit zu Überschwemmungen im Norden des Landes geführt. Die häufigeren El-Niño-Zyklen verlängern die Dürreperioden und die tödlichen Tiomena-Sandstürme. Und auch das Meer selbst bleibt nicht verschont. Der Süden Madagaskars beherbergt das drittgrößte Korallenriffsystem der Welt. Doch durch die steigenden Meerestemperaturen bleichen die Korallen aus.

Wir haben in Madagaskar viel überlebt. Aber jetzt kommt etwas dazu…

Als Inselentwicklungsland haben wir viel Leid und Hunger erlebt. Aber wir haben dabei auch gelernt, dass wir widerstandsfähig sind. Doch dieses Mal sind es nicht nur Armut oder politische Krisen, die uns und unseren Kindern Leid zufügen. Es ist auch, und zwar zu einem großen Teil, die vom Menschen verursachte Klimakrise.

Madagaskar Klima Klimakrise Wasserknappheit: Menschen mit Kanistern
Wasser wird zum teuren Luxusgut. Auf den Dörfern im Süden wird Wasser in einem 20-Liter-Kanister für 800 Ariary verkauft, das sind etwa 20 Cent. Dreiviertel der Bevölkerung müssen aber mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. © Tony Rakoto / WWF Madagascar

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Wir befinden uns in dieser Situation, weil die Welt nicht in der Lage ist, die Klimakrise angemessen anzugehen — und weil die madagassische Regierung jahrelang versäumt hat, die Auswirkungen angemessen zu planen und sich darauf vorzubereiten. Es schmerzt, es macht mich wütend.

Die Menschen hier haben das Gefühl, dass ihnen die Zeit und die Möglichkeiten ausgehen. Aber das stimmt zum Glück nicht. Wir können immer noch lenken, was die Zukunft bringt, wenn wir heute handeln. Die Welt muss aufwachen und die Gefahren des “business as usual” erkennen. Dürre und Hungersnot in Madagaskar, Überschwemmungen in Deutschland und China, Waldbrände in Russland, Amerika, der Türkei, Griechenland und Italien — so viele Menschenleben, Gemeinschaften und natürliche Lebensräume wurden zerstört. Das muss nicht so sein. Wir können Gunst der Stunde nutzen, da die Länder bis November ihre überarbeiteten nationalen Klimapläne und ‑ziele für das nächste Jahrzehnt bei der UNO einreichen. Diese müssen mit dem 1,5 Grad-Ziel übereinstimmen.

Es geht ums Überleben

UN-Generalsekretär António Guterres sagte kürzlich: “Die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs ist eine Frage des Überlebens für die vom Klima bedrohten Länder”. Dank der Fortschritte in der Wissenschaft wissen wir jetzt viel besser, wie extreme Wetterereignisse auf die Klimakrise zurückzuführen sind. Das zeigte auch zuletzt der neue IPPC-Bericht.

Wir kennen die Lösungen der Natur- und Klimakrise

Wir müssen die weltweite Klimakrise angehen, indem wir zunächst die fossilen Brennstoffe reduzieren und auf erneuerbare Energien umsteigen. Das Ernährungssystem müssen wir in Ordnung bringen und die Natur, von der wir alle abhängen, schützen und wiederherstellen. Die Herausforderungen der globalen Erwärmung und des Naturverlusts sind miteinander verknüpft — ebenso wie ihre Lösungen.

Neben der Umgestaltung unserer Energie‑, Land‑, Stadt- und Industriesysteme können naturbasierte Lösungen eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung dieser beiden Klima- und Naturkrisen spielen. Wenn wir die Natur nähren, können wir auch die Menschen nähren. Hier in Madagaskar und überall. Die Zeit zum Handeln in der Klimakrise ist jetzt gekommen.

Der Beitrag Madagaskar: im Auge der Klimakatastrophe erschien zuerst auf WWF Blog.